Betrieb und Gewerkschaft

Daimler-Chef Zetsche kündigt Personalabbau an

Daimler-Chef Zetsche kündigt Personalabbau an
Daimler-Arbeiterinnen und -Arbeiter 2015 beim Warnstreik (rf-foto)

06.02.17 - Im Zusammenhang mit den Elektromobilitäts-Plänen sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche bei einer Konferenz von Börsen-Analysten: „Wir werden beim Antrieb so früh wie möglich reduzieren. … wir sehen keine Verantwortung, die Stellen zu sichern“

Das schlug insbesondere in der Automobil- und Daimler-Region Stuttgart wie eine Bombe ein. Damit lässt er auch die IG-Metall- und Betriebsratsführung alt aussehen, die aktuell mit neuen Betriebsvereinbarungen die Zukunftssorgen der Kollegen zerstreuen sollen. Tatsächlich handelt es sich um bloße Absichtserklärungen. Die Daimler zugestandenen „Gegenleistungen“ für das E-Auto-Modell in Sindelfingen oder für ein E-Technologiezentrum in Untertürkheim werden dagegen nicht näher ausgeführt: Arbeitsplatzvernichtung in Form weiterer Fremdvergaben, Ausdehnung der Betriebsnutzungszeiten, wie Samstag-Spätschicht, sowie verschärfte Flexibilisierung der Arbeitszeit.

Die wichtigste ökonomische Forderung gegen diese, mit einer Umstellung auf E-Autos verbundene, Vernichtung zigtausender Arbeitsplätze ist die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, so ein Sprecher der MLPD.

Der Klartext von Zetsche wird sicherlich zur Klärung unter den Kollegen beitragen, dass Daimler seine Weltmarktführerschaft auf dem Rücken der Belegschaft, ja Gesellschaft und Natur, verteidigen will. Eine Zukunft kann es deshalb nicht an der Seite des Vorstands und der Großaktionäre geben, sondern nur im gemeinsamen Kampf gegen die Abwälzung der VW- und neuen Strukturkrise und Umweltzerstörung und für eine von Ausbeutung und Unterdrückung befreite Gesellschaft.

¹ Stuttgarter Zeitung, 04.02.2017