Umwelt

Luxemburg und "Deutsche See" verklagen VW wegen Betrugs - VW-Krise vertieft sich

Luxemburg und "Deutsche See" verklagen VW wegen Betrugs - VW-Krise vertieft sich
(grafik: rf-news)

08.02.17 - Das Fischerei-Unternehmen "Deutsche See" hat von VW 11,9 Millionen Euro Schadensersatz verlangt und reichte beim Landgericht Braunschweig Klage wegen "arglistiger Täuschung" ein . Die "Deutsche See" ist ein Großkunde mit 1.700 Mitarbeitern, der 35.000 Kunden mit Fisch und Meeresfrüchten beliefert und seine Lieferwagen-Flotte auf Fahrzeuge von VW umgestellt hat. VW hatte den Auftrag bei "Deutsche See" wegen seiner angeblich schadstoffarmen Diesel-Motoren erhalten.

Nun stellt auch der Staat Luxemburg Strafanzeige gegen das Auto-Monopol. In Luxemburg sind mehr als 31.000 Autos der Volkswagen-Marken VW, Seat, Skoda und Audi vom Skandal betroffen. Audi hatte einen Teil der betroffenen Motoren in Luxemburg testen und zertifizieren lassen. Das zuständige Ministerium in Luxemburg bezeichnet sich als "Opfer" krimineller Handlungen: "Der Staat wurde durch die Verwendung der Software angeschmiert" sagte der zuständige Minister Francois Bausch der Zeitung Lëtzebuerger Journal. Damit erreicht die VW-Krise eine neue Dimension.

VW muss bisher allein in den USA 22,4 Milliarden Euro Schadensersatz bezahlen. Eine Entschädigung europäischer Kunden lehnt der Konzern aber bisher mit Verweis auf die dann "drohende Pleite"¹ und die Rechtslage in Europa, die keine Sammelklagen zulässt, ab. Dabei hatte ausgerechnet Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit Rückendeckung der deutschen Regierung im Dezember 2015 ein Gesetz für Sammelklagen in Deutschland verhindert! Wie lange wusste er damals eigentlich schon von den kriminellen Abgasmanipulationen bei VW?

Die "Deutsche See" geht es dabei nicht nur um den Schaden durch den Wertverlust der manipulierten Fahrzeuge. Das  Unternehmen hatte seine Fahrzeugflotte seinerzeit auch aus umweltpolitischen Gründen auf VW-Fahrzeuge umgestellt. Das fischverarbeitende Unternehmen wurde daraufhin sogar mit einem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Dreist wurden sie von VW belogen. Wörtlich heißt es in der Klage:

"In den Jahren 2009/2010 hatte Deutsche See den Entschluss gefasst, den gesamten Nutzfahrzeug- und PKW-Bereich auf eine ganzheitliche, schadstoffarme sowie elektroangetriebene Flotte umzustellen. Nach mehreren Gesprächen hierüber hatte der Volkswagenkonzern Deutsche See nicht nur versichert, eine Flotte, die diesen Zielen entspricht, liefern zu können, sondern es wurde auch besprochen und vereinbart, dass beide Unternehmen zusammen die umweltfreundliche und zukunftsweisende Mobilität weiter entwickeln wollen. Nur deshalb hat Deutsche See ihre gesamte Flotte auf den Volkswagenkonzern umgestellt."

Der Vorgang weist auf die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen der Verbrechen der VW-Spitze hin. Zurecht spricht die "Deutsche See" von einem "gesellschaftspolitischen Schaden". Noch längst ist nicht alles auf dem Tisch. Die MLPD fordert unter anderem alle verantwortlichen Politiker in EU, Bundes- und Landespolitik zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem die Entschädigung aller durch VW Geprellten durch VW sowie ein Strafgeld für die zusätzlichen Emissionen in Höhe der Gewinnsumme 2010-2015 des VW-Konzerns nötig.

 

Alle aktuelle Infos zur VW-Krise gibt es hier auf der Seite unter dem Button "Aktuelles zur VW Krise"!

¹ epochtimes vom 6.2.17