Betrieb und Gewerkschaft

MAN Diesel & Turbo: Kampf um jeden Arbeitsplatz ist angesagt

Oberhausen (Korrespondenz), 08.02.17: Am 2. Februar verhandelte der Gesamtbetriebsrat von MAN Diesel & Turbo erneut mit dem Vorstand über die geplante Vernichtung von 1.000 Arbeitsplätzen in Berlin, Hamburg und Oberhausen; am 6. Februar wurden zeitgleich überall Betriebsversammlungen durchgeführt.

Der bundesweit durchgeführte kämpferische Aktionstag am 28. November 2016 war ein deutliches Signal, dass die Kollegen nicht bereit sind, ihre Arbeitsplätze für die Profite von VW und MAN zu opfern. Das war auch eine Kampfansage für das vom Gesamtbetriebsrat praktizierte Co–Management. Mit Unterstützung der IG-Metall–Konzernverantwortlichen wird jetzt versucht, diese bei VW praktizierte Form der Klassenzusammenarbeit durchzusetzen.

In Oberhausen sollen 211 statt der geplanten 323 Arbeitsplätze geopfert werden, wie der Belegschaft auf der Betriebsversammlung am 6. Februar eröffnet wurde.

Die jetzt angebotenen Auflösungsverträge und Abfindungen mögen für Kollegen, die nach einem langen und harten Arbeitsleben aus der Knochenmühle raus wollen, sicher attraktiv sein. Aber die Arbeitsplätze sind damit unwiederbringlich für kommende Generationen verloren. In der Belegschaft entbrennt nun eine Auseinandersetzung: Von den Klasseninteressen und der Verantwortung für die Jugend auszugehen, oder einen Teil der Belegschaft "abwickeln" zu lassen.

Die Beruhigungspille, dass alles über vorzeitiges Ausscheiden aus dem Betrieb abgewickelt werden kann, wird allerdings nicht lange wirken. Der Vorstand hat schon angekündigt, dass "weitere Einsparungen" folgen müssen. Nicht wenige Kollegen sagen: "Das ist erst der Anfang, nicht das Ende der Fahnenstange".