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Marokko: Der Kampf um Freiheit und Demokratie lebt

Marokko: Der Kampf um Freiheit und Demokratie lebt
(Bild von den Protesten, foto: ICOR)

10.02.17 - Auf der Webseite der revolutionären Weltorganisation ICOR ist vor kurzem ein Artikel der MMLPL Moroccan Marxist-Leninist Proletarian Line (Marokkanische Marxisten-Leninisten Proletarische Linie) über aktuelle Entwicklungen in Marokko in deutscher und in französischer Sprache erschienen.

In dem Artikel heißt es: "Am Sonntag, dem 4. Februar 2017, trafen bei Auseinandersetzungen in Al-Hoceima, Boukidan, Imzourne, Beni Bouayache … etc. im Norden von Marokko Demonstranten und Ordungskräfte aufeinander. Es gab Verletzte und polizeiliche Festnahmen unter den jungen rebellischen Rifains.

Die Stadt Al-Hoceïma erfuhr im Jahr 2016 eine Welle von Volksdemonstrationen nach dem Tod eines Fischverkäufers, Mouhcine Fikri, der am 28. Oktober in einem Müllcontainer zerquetscht wurde (laut lemonde.fr, als er sich der Beschlagnahmung seiner Ware durch die Polizei widersetzen wollte, Anmerk. d. Übers). Und seit diesem Zeitpunkt demonstrieren die Massen fast jeden Monat, um Gerechtikeit für den Märtyrer Mouhcine Fikri zu verlangen und ein Ende der Marginalisierung der Gebirgsregion von Rif.

Das Rif-Gebiet war schon immer eine Wiege des Widerstands gegen das Sultanat von Marokko: vor dem französischen Protektorat, dann gegen die französischen und spanischen Kolonialherren und ihre reaktionären Verbündeten in Marokko während des Protektorats. So hat der Held des Rif Abdelkerime El Khatabi 1921 eine Republik des Rif ausgerufen, was diese kolonialen Kräfte dazu gebracht hat, einen Krieg gegen die Rifains zu beginnen, die sechs Jahre lang zwischen 1921 und 1926 Widerstand leisteten, obwohl die Kolonialherren nach internationalen Abkommen verbotene Waffen einsetzten, was zu Genoziden und schweren Verstümmelungen und Krankheiten wie Krebs führte.

Nach der Unabhängigkeit trugen die Massen der Gebirgsregion des Rif ihre Ablehnung des Vertrags über diese Unabhängigkeit auf die Straße, indem sie ihm vorwarfen, eine neue Form der neokolonialen Abhängigkeit zu schaffen. Deshalb befahl der König von Marokko die Militarisierung dieser Zone und die Vernichtung der Rebellion des Rif während des gesamten Jahres 1958. Diese Operation hat tausende Rifains das Leben gekostet. Seitdem hat die marokkanische Monarchie die Rifains aufgrund ihrer Aufstände sanktioniert, indem dieser Zone jede Entwicklung und öffentliche Dienstleistungen wie Schulen und Krankenhäuser verweigert wurden. Die Mehrheit der Rifains sind in europäische Länder emigriert, um die Bedürfnisse ihrer in den Bergen im Stich gelassenen Familien zu unterstützen. Jedes Jahr, am 5. Februar, versuchen die Rifains den Widerstand des Rif während der Jahre 1921-1926 zu feiern, aber sie sind immer brutalerer Unterdrückung ausgesetzt. ...

Die marokkanischen Unterdrückungskräfte haben mit Gewalt die Durchführung einer Demonstration verhindert, indem sie am Samstag, den 3. Februar, alle Aktivisten des Rif in Gewahrsam genommen haben. Aber ausgehend von der Stadt Boukidane, dann in anderen Städten wie Imzourne, Beni Bouayache, Al Houceima ... etc. sind gewaltsame Konfrontationen ausgebrochen. Die Massen in anderen Städten haben ihre Solidarität mit den Massen des Rif durch Sitzblockaden in öffentlichen Bereichen ausgedrückt. ..."

Auf ihrem X. Parteitag im Jahr 2016 diskutierte die MLPD, unter anderem, wie "unter massivem Einfluss der westlichen Imperialisten, besonders der USA und der EU sowie religiös-fundamentalistischer Kräfte" der Kampf um Freiheit und Demokratie in einigen arabischen Ländern zunächst Rückschläge hinnehmen musste. Die aktuelle Entwicklung in Marokko zeigt aber, dass sich der Kampf für Freiheit und Demokratie auf Dauer nicht unterdrücken lässt! Umso wichtiger ist es deshalb, die marxistisch-leninistischen Kräfte zu stärken, die diesem Kampf die Perspektive einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft weisen können.

Der Artikel in voller Länge hier auf der Webseite der ICOR!