Politik

ZDF gewährt AfD-Hetzern ein Forum zur besten Sendezeit

Ingolstadt (Korrespondenz), 14.02.17: Im ZDF-Morgenmagazin kamen heute - zwischen Meldungen zum Valentinstag und zum Rücktritt von Trumps Sicherheitsberater - die AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen und Frauke Petry ausführlich zu Wort. Von 5.30 Uhr bis 9 Uhr ist das Magazin auf Sendung - in dieser Zeit strahlte es mehrmals faschistoide Statements der beiden und ein ausführliches Interview aus.

Anlass war der Streit in der AfD-Führung, ob Björn Höcke aus der AfD ausgeschlossen werden soll oder nicht. Höcke hatte am 17. Januar bei einer Veranstaltung in Dresden in widerlicher Weise faschistisches Gedankengut von sich gegeben: rassistisch gegen Flüchtlinge gehetzt, das Holocaust-Mahnmal in Berlin als Schande bezeichnet, eine Abkehr von der "dämlichen Bewältigungskultur" gefordert. Damit meint Höcke die Aufklärung über die Ursachen und die furchtbaren Verbrechen der faschistischen Hitler-Diktatur. Das Gedenken an die 20 Millionen Opfer des 2. Weltkriegs, an die in den Konzentrationslagern Ermordeten, an Widerstand und schließlich Befreiung Deutschlands und der Welt vom Hitler-Faschismus durch die Sowjetarmee - das alles will AfD-Höcke streichen.

Einigen AfD-Vorständlern geht das aus taktischen Erwägungen zu weit - grundsätzlich befinden sich die neun Befürworter und die vier Gegner des Parteiausschlusses von Höcke auf der gleichen Linie: Sie sind Wegbereiter des Faschismus! Und als solche traten sie in der ZDF-Sendung auf. Sie verpackten die faschistoide Hetze in völlig verharmlosende, regelrecht täuschende Begriffe wie "Tabu-Bruch" (den Höcke vollzogen habe) und dass man "unpopuläre Meinungen" nicht "ausgrenzen" dürfe. Die ZDF-Moderatoren ließen sie gewähren und beförderten das Ganze noch mit Interviews - als ob Höcke, Petry, Gauland, Hampel, Meuthen und Co. ganz normale Leute wären.

Schluss mit der Medienpräsenz von AfD und Co!