Betrieb und Gewerkschaft

Bilstein Hagen-Hohenlimburg: 99,9 Prozent lehnen Erpressung ab

Bilstein Hagen-Hohenlimburg: 99,9 Prozent lehnen Erpressung ab
(foto: Screenshot)

Hagen (Korrespondenz), 22.02.17: Die Geschäftsführung des Kaltwalzbetriebs Bilstein in Hagen-Hohenlimburg mit 1.400 Beschäftigten erpresst die Belegschaft: Sie will 100 Millionen Investitionen von der Belegschaft "bezahlt" bekommen und droht damit, sonst in Werke in Tschechien oder in der USA zu investieren. Die Belegschaft soll auf Tariferhöhungen verzichten, (maximal 1 Prozent), das Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld soll gekürzt werden und die Belegschaft soll mehrere Stunden pro Woche unentgeltlich arbeiten. Und das auch noch mit der "Begründung", dass der Betrieb so erfolgreich sei und viele Gewinne gemacht habe.

Dies stößt auf einhellige und konsequente Ablehnung in der Belegschaft. Am Morgen und vor der IG-Metall-Mitgliederversammlung in der Stadthalle Hagen wurde das Extra der Kollegenzeitung Stahlkocher verteilt, das titelte: "Bilstein: Keinen Cent vom Lohn! Keine Stunde umsonst! Mit Erpressern verhandelt man nicht". 95 Prozent der Belegschaft nahmen den Stahlkocher und viele spendeten dafür. Die Losung "Mit Erpressern verhandelt man nicht" wurde von einigen sofort aufgegriffen, einige unterschrieben auch für das Internationalistische Bündnis.

Auf der IG-Metall-Mitgliederversammlung mit vielen Hunderten von Kollegen stimmten 99,9 Prozent dagegen, überhaupt Verhandlungen durch eine betriebliche Tarifkommission aufzunehmen. Einer stimmte dafür, einer enthielt sich. Es gab eine ganz klare Haltung für einen Streik. Als der 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Hagen nach der Abstimmung das Wort Streik in den Mund nahm, um davor zu warnen und zur Besonnenheit aufzurufen, gab es zahlreiche Zurufe, dass man streiken muss. Auch davor hatten sich mehrere Kollegen am Mikrophon für Streik ausgesprochen. Einer rief aus, er habe einen dicken Hals, weil noch nicht vom Streik gesprochen wird. Die Kollegen gingen stolz aus der Versammlung und machten deutlich, dass sie streikbereit sind.