Wirtschaft

Erste Verhandlung der Stahltarifrunde ohne Ergebnis

Erste Verhandlung der Stahltarifrunde ohne Ergebnis
4,5 Prozent mehr sind das mindeste für den harten Job eines Stahlarbeiters (foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F079044-0020 / CC-BY-SA 3.0

Dortmund (Korrespondenz), 24.02.17: Die erste Verhandlungsrunde der Stahlindustrie für Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen ist gestern ohne Angebot der Stahlunternehmer zu Ende gegangen. Die IG Metall fordert unter anderem 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie die Weiterführung des Tarifvertrags zur Altersteilzeit und des Tarifvertrags über den Einsatz von Werkverträgen. Der Tarifvertrag läuft am 28. Februar aus.

Wie nicht anders zu erwarten, jammerte Andreas Goss, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl über die „schwierige Lage“ der Stahlindustrie. Wenn es nach den Stahlvorständen geht, gibt es nur „schwierige Lagen“ - mal sind es die Rohstoffpreise, dann die Stahlpreise, dann Währungsschwankungen oder Dumpingpreise der Konkurrenten. Im Kern geht es bei jeder Tarifverhandlung um den Grad der Ausbeutung der Arbeiter. Und die wächst täglich durch Unterbesetzung und steigende Arbeitshetze. Die 4,5 Prozent sind das mindeste – dafür muss die gewerkschaftliche Kampfkraft zum Einsatz kommen.

Hierzu kommt berechtigte Kritik von Kollegen, dass die IG-Metall-Führung dazu aktuell keine Anstrengungen unternimmt: "Das ist bisher unter den Kollegen kaum ein Thema, ganz einfach deshalb, weil die IG-Metall-Führung es nicht bekannt macht", so ein Kollege gegnüber rf-news. "Im letzten Jahr hat die Gewerkschaft alle für einen eintägigen Warnstreik mobilisiert und dann vorher abgeschlossen. Wir haben so ein wenig Angst, dass das diesmal wieder so laufen wird. Ehrlich gesagt, stinkt uns dieses Tarifritual allmählich", so eine andere Reaktion. Entmutigen lassen sich die meisten aber trotzdem nicht: "Wir lassen uns nicht beeindrucken", so ein Kollege. Mit ersten Demonstrationen ist Anfang März zu rechnen, wenn die Friedenspflicht ausgelaufen ist.

Es ist nicht einzusehen, warum die Stahlarbeiter wegen steigender Rohstoffpreise oder Abwälzung der VW-Krise auf ihre Rücken zurückstecken sollen. Mit einer offensiv geführten Tarifrunde können die Stahlarbeiter notwendige Zugeständnisse durchsetzen. Um die Ausbeutung abzuschaffen, muss die Arbeiterklasse das Lohnsystem revolutionär überwinden und eine sozialistische Gesellschaft erkämpfen! Dafür steht die Internationalistische Liste/MLPD!