Politik

Köln stellt sich quer – Kein Raum für Rassismus

Köln stellt sich quer – Kein Raum für Rassismus
(foto: Screenshot Facebook-Seite Köln stellt sich quer)

Köln (Korrespondenz), 24.02.17: Der Protest gegen den geplanten Parteitag der AfD am 22./23. April im Kölner Maritim Hotel, zieht immer größere Kreise. Wissenschaftler, Karnevalisten, Musiker, Politiker, Antifa-Gruppen, Bündnisse und Einzelpersonen schließen sich dem Protest an. Bisher rechnet die Polizei mit 30.000 Gegendemonstranten. In einer Online-Petition des Bundesverbandes Information und Beratung für NS-Opfer haben bisher über 2.000 Menschen das Maritim Hotel aufgefordert, der AfD die Räume zu kündigen.

Zahlreiche Größen der Kölner Musiker und Bands wie Bläck Fööss, Höhner, Brings, Paveier, Kasalla, Miljö, Querbeat, Björn Heuser und Cat Ballou sowie Karnevalsredner wie Bernd Stelter und Marc Metzger haben in einem offenen Brief dazu aufgerufen, das Maritim Hotel zu boykottieren, wenn es der AfD die Räume nicht kündigt.

Schon seit Tagen finden fast täglich Karnevalsveranstaltungen im Maritim statt. Zuletzt haben sich auch das Festkomitee Kölner Karneval und die Roten Funken dem Boykottaufruf angeschlossen. Vereine aus der Schwulen- und Lesben-Bewegung haben aus Protest alle ihre Veranstaltungen im Maritim abgesagt.

Protest gibt es nicht nur gegen das Maritim und die AfD, sondern auch gegen die Polizei. Die NRW-Polizei hatte in einem rassistischen Brief an alle Flüchtlingsinitiativen davor gewarnt, mit Flüchtlingen zusammen den Karneval zu besuchen, weil es zu "unerwünschten Wechselwirkungen" mit der Bevölkerung kommen könne. Sollten sie doch hingehen, müssten sie Polizeikontrollen "kritiklos über sich ergehen" lassen.

Das sehen die allermeisten Karnevalisten überhaupt nicht ein. So hat der Deutzer Veedelszug, der am Dienstag, 28. Februar, läuft, gleich eine ganze Flüchtlingsunterkunft eingeladen, um als Gruppe beim Zug mitzumachen. Auch die Wählerinitiative der Internationalistischen Liste/MLPD in Köln lädt unter dem Motto „Wir Jecken sind internationalistisch“ für Sonntag, 26. Februar, ab 10 Uhr, zum Feiern am Severinskirchplatz ein. In der Nähe - am Chlodwiplatz - starten auch die Schull- un Veedelszöch.