Umwelt

Orkantief zieht über Europa – ein Symbol für stürmische Zeiten!

Orkantief zieht über Europa – ein Symbol für stürmische Zeiten!
foto: Schaden durch den Orkan Kyrill (foto: Olaf2/CC BY-SA 1,2)

24.02.17 - Seit gestern zieht das Orkantief "Thomas" von den britischen Inseln über Deutschland hinweg nach Osteuropa. Während in Norddeutschland am Donnerstag Temperaturen von 3 Grad und Schneefall auftraten, lagen die Temperaturen in Süddeutschland bei bis zu 20 Grad. Umgeknickte Bäume, Überflutungen, gesperrte Straßen und Bahnstrecken, umgestürzte LKWs und Flugausfälle sind die bisherige Bilanz. Nach dem Umsturz eines Baugerüstes in Düsseldorf gestern Mittag wurden dort alle Aktivitäten des soeben eröffneten Straßenkarnevals abgesagt.

Aus Köln berichtet ein Anwohner gegenüber rf-news: "Der Sturm hat in der Rheinuferstraße einen Baum umgelegt, der auf mehrere Autos gestürzt ist. Dabei ist der Fahrer eines der Autos schwer verletzt worden. In Wuppertal ist ein Baum auf einen ICE gefallen, was zu Ausfällen im Bahnverkehr geführt hat. Ich habe die Auswirkungen selber am Bahnhof gesehen." Aus Gelsenkirchen berichtet ein Korrespondent: "Es ist zwar nicht so schlimm wie bei 'Kyrill' und 'Lothar', aber überall liegen abgerissene Äste von Bäumen herum - darunter auch größere Kaliber. Der Sturm war immerhin kräftig genug, um draußen stehende Mülltonen umzuwerfen. Was muss eigentlich noch alles passieren? Jetzt haben wir jedes Jahr einen Orkan mit zum Teil schweren Schäden. Jedesmal sind das Ruhrgebiet und das Rheinland betroffen."

Der Sturm erreichte vielerorts Spitzengeschwindigkeiten zwischen 110 und 120 km/h in der Ebene, auf Bergen wie dem Brocken über 150 km/h. Er ist damit schwächer als die Orkane „Kyrill“ und „Lothar“. Die weltweite Zunahme von Extrem-Wetterereignissen in den letzten Tagen macht jedoch deutlich, welche Dynamik sich im Übergang in die globale Umweltkatastrophe entwickelt:

Im Südsudan sind 4,8 Millionen Menschen vom Hunger bedroht und 2,3 Millionen auf der Flucht. Kenia hat wegen einer schweren Dürre den nationalen Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten. Die Trockenheit hat etwa die Hälfte des Landes und auch Teile von Somalia und Äthiopien schwer getroffen. Laut Rotem Kreuz sind 2,7 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Bei sengender Hitze und starkem Wind gerieten im Februar in Australien zahlreiche Buschfeuer außer Kontrolle. In Kalifornien drohte dagegen eine gewaltige Flut durch das Bersten eines Staudammes, nachdem nach jahrelanger Dürre wochenlanger Starkregen eingesetzt hat. 200.000 evakuierte Anwohner konnten am 15. Februar wieder zurückkehren.

Das Programm der MLPD legt den Finger auf die Wunde: „Die internationalisierte kapitalistische Produktionsweise zerstört gesetzmäßig die Ökosysteme der globalen Biosphäre und gefährdet akut die Existenz der Menschheit. Das geschieht in vollem Bewusstsein des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals und seiner Regierungen.“¹

Die Menschen fordern rund um den Globus zu Recht (Sofort-)Maßnahmen gegen die zunehmende Zerstörung der natürlichen Umwelt und den Übergang in die Klimakatastrophe. In eine ganz andere Richtung geht die Entwicklung in den USA unter Donald Trump: Mit der Berufung von Scott Pruitt zum Leiter der US-Umweltbehörde EPA leitet jetzt ein erklärter Leugner der Klimaveränderungen diese Behörde. Donald Trump hatte im Wahlkampf erklärt, die EPA aufzulösen. Pruitt hatte bisher als Generalstaatsanwalt Oklahomas gegen alle Klimaschutzmaßnahmen geklagt und dafür 300.000 Dollar von Öl-und Kohle-Konzernen bekommen.

In Deutschland haben sich sogenannte "Klimaskeptiker" in der AfD versammelt. Das weltweit allein herrschende internationale Finanzkapital und auch seine sich grün gebenden Vertreter wie die Bundesregierung treiben Fracking, Braunkohleverbrennung und zerstörerische Ölförderung voran. Gleichzeitig planen sie Zusatzprofite aus alternativen Technologien und verbreiten Illusionen wie das „1,5-Grad-Ziel“ des Pariser Klimaabkommens. In der gegenwärtigen Polarisierung klären sich die Fronten und so manche Illusion in die „Überzeugung“ der Herrschenden für den Klimaschutz zerrinnt.

Die MLPD fordert in ihrem Kampfprogramm "Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft" unter anderem: "Sukzessives und dann vollständiges Ersetzen fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien! Energiegewinnung vor allem aus Sonne, Wind, Wasser und Bioabfällen! Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 70 bis 90 Prozent bis zum Jahr 2030 und klarer Kurs auf Absenkung des CO2-Gehalts in der Luft auf 350 ppm! ... Sofortiges Verbot der Produktion, Verarbeitung und Freisetzung von Substanzen, die die Ozonschicht schädigen! Verpflichtung zu umweltschonender Entsorgung solcher Stoffe auf Kosten der kapitalistischen Produzenten!" Sie zieht die richtige Konsequenz: "Einzig die Alleinherrschaft des internationalen Finanzkapitals steht wirksamem Umweltschutz und der Rettung der Menschheit vor der Umweltkatastrophe im Weg."²

Das Internationalistische Bündnis will mit dem Aufbau einer Umweltplattform einen Beitrag im Kampf zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft leisten!

¹ Programm der Marxistisch-Leninistischen Partei, S.54

² Stefan Engel: "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?", S.277-280

Hier gibt es das Programm der Marxistisch-Leninistischen Partei!