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Aktion "Afghanischer Aufschrei" in Aschaffenburg

Aschaffenburg (Korrespondenz), 04.03.17: In Aschaffenburg setzt sich der Aktionskreis "Afghanischer Aufschrei" für einen Antrag an den Aschaffenburger Stadtrat gegen die Abschiebungen afghanischer Flüchtlinge ein. Viele afghanische Flüchtlinge haben ihren Ablehnungsbescheid bekommen und leben in schrecklicher Angst, abgeschoben zu werden. Beim letzten Abschiebeflug kamen 18 der 26 abgeschobenen Afghanen aus Bayern, zwei aus Aschaffenburg. Zwei werdende Väter und mehrere psychisch Kranke saßen im Flugzeug. Mehrere hatten eine feste Arbeit, machten Kurse, eine Person lebte seit sieben Jahren in Bayern. In dem Antrag heißt es unter anderem:

"Der letzte Afghanistan-Bericht des hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen stellt fest, dass 'das gesamte Staatsgebiet Afghanistans von einem innerstaatlichen bewaffneten Konflikt im Sinne des Art. 15c der EU-Qualifizierungsrichtlinie betroffen' ist. Die dauernden Terroranschläge, bei denen auch ein kürzlich 'zurück geführter' Flüchtling verletzt wurde, zeigen ganz klar: Afghanistan ist nicht sicher. Die Zahl von in Afghanistan getöteten Menschen stieg 2016 auf einen neuen Höchststand von 11.418 Menschen, darunter 3.512 Kinder." (Gesamter Text des Antrags)

Der Aktionskreis, in dem auch das Internationalistische Bündnis mitarbeitet, ruft zur Protestkundgebung unmittelbar vor der nächsten Sitzung des Stadtrates am 6. März um 17 Uhr vor der Buchhandlung Diekmann in der Herstallstraße auf. Er schreibt in einer Mitteilung dazu: "Es ist jetzt höchste Zeit für alle demokratisch, humanistisch, antifaschistisch und sozialistisch eingestellten Menschen sowie für alle entsprechenden deutschen und Migrantenorganisationen, dagegen aufzustehen und Farbe zu bekennen! ... Über weltanschauliche Unterschiede hinweg muss dieser menschenverachtenden Asyl- und Flüchtlingspolitik gemeinsam entgegengetreten werden und sich ein breiter Protest erheben."