International

Oscar-Preisverleihung: Statements gegen Donald Trump

Oscar-Preisverleihung: Statements gegen Donald Trump
Die Oscar-Verleihung fand im Dolby-Theatre in Los Angeles statt (foto: Adam Fagen/CC BY-SA 2.0)

27.02.17 - Am meisten machte die diesjährige Oscar-Preisverleihung von sich reden, weil zuerst der falsche Film als "bester" ausgerufen wurde! Das war jedoch nicht wirklich das wichtigste an der Gala, sondern dass sie kurz nach Amtsantritt von Donald Trump unter dem Eindruck der gesellschaftlichen Polarisierung stand, die sich deutlich auch in der US-Filmmetropole Hollywood niederschlägt.

Der wichtigste Oscar - für den "besten Film" – ging an das Drama "Moonlight" des schwarzen Regisseurs Barry Jenkins. "Moonlight" erzählt vom Heranwachsen eines jungen Schwarzen; Mahershala Ali spielt einen Drogenhändler und Ersatzvater für den Jugendlichen. Jeweils ein Schauspieler-Oscar ging an ihn und an die ebenfalls farbige Schauspielerin Viola Davis, die - auf dem Höhepunkt der Rassendiskriminierung in den USA geboren - das Publikum mit ihrer Dankesrede zu Tränen rührte. Bereits dies war ein klares Statement gegen die rassistische Politik von Donald Trump durch die Mehrheit der 6.600 Mitglieder der Preisverleihungs-Akademie.

Sechs Oscars gingen an "La La Land", darunter in den Kategorien Regie, Filmmusik und Kamera und an die Hauptdarstellerin Emma Stone. Dass das gut gemachte und gut gespielte, inhaltlich aber etwas banale Traumwelt-Produkt von Regisseur Damien Chazelle nicht den Preis für den besten Film gewann, kennzeichnet ebenfalls die Tendenz in der Filmbranche, sich den gesellschaftlichen Fragen zuzuwenden und gegen reaktionäre Positionen Stellung zu beziehen.

Das zeigte sich unter anderem auch in der Verleihung des Oscars für den besten Film aus dem Ausland an das iranischen Drama "The Salesman". Der Regisseur Asghar Farhadi war aus Protest gegen Trumps Einwanderungspolitik nicht aus dem Iran zur Preisverleihung angereist. Stattdessen ließ er eine Stellungnahme verlesen. Darin hieß es: "Meine Abwesenheit geschieht aus Respekt vor den Einwohnern meines Landes und den sechs anderen Ländern, denen durch den unmenschlichen Einreisestopp in die USA Verachtung entgegen gebracht wird".

Noch deutlicher als bei der Oscar-Gala selbst wurde der Linkstrend in der Demonstration von mehr als 1.500 Menschen in Beverly Hills, zu der die Künstleragentur United Talent Agency aufgerufen hatte. Kinostars wie Jodie Forster und Michael J. Fox bezogen Position für Pressefreiheit und die Rechte von Einwanderern und Minderheiten. Dazu veröffentlichte die Deutsche Oscar-Anwärterin Maren Ade mit anderen für den Auslands-Oscar nominierten Regisseuren ein Statement für mehr Weltoffenheit und verurteilten "das Klima von Fatalismus und Nationalismus" in den USA und anderen Ländern.