International

Frauenverbände protestieren gegen Behinderung einer Reise jesidischer Frauen

08.03.17 - Cenî, Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. informiert darüber, dass eine politische Reise von jesidischen Frauen aus Sindschar (Schengal) durch die deutsche Botschaft im Irak behindert wird. In einer Pressemitteilung des Dachverbands des Jesidischen Frauenrats e.V. heißt es:

"Der Dachverband des Ezidischen Frauenrats e.V., Ceni – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. sowie die Platform for Struggle for Women held in Captivity veranstalten dieses Wochenende (11. und 12. März 2017) in Bielefeld die Internationale Konferenz 'Genozidale Angriffe auf Ezidische Frauen und Wege des Widerstands gegen Völkermord'. ... Dies ist umso notwendiger, da sich noch immer schätzungsweise 3000 verschleppte und versklavte ezidische Frauen und Mädchen in den Händen des IS befinden.

Zu dieser Konferenz sind als Referentinnen vier Frauen aus Sindschar, die Zeugen des Völkermords sind, eingeladen. Sie sollen auf der Konferenz über den Genozid selbst, die Angriffe des IS und die Zeit nach dem 3. August 2014 berichten. Die Referentinnen sollten heute nach Deutschland reisen. Jedoch hat die deutsche Botschaft in Bagdad das Visum nicht genehmigt, obwohl die Anträge in korrekter Form schon vor über einem Monat eingereicht worden sind und in dieser Sache ständiger Kontakt zwischen den Veranstalter/-innen und der Botschaft bestanden hat. ...

In den vergangenen Tagen haben von der Bundesregierung mit Waffen belieferte Peschmerga-Einheiten der KRG (Kurdish Regional Government) in Sindschar/Schengal – wahrscheinlich mit deutschen Waffen – einen Angriff auf lokale ezidische, von der irakischen Regierung anerkannte
Selbstverteidigungskräfte gestartet. Angesichts dieser Entwicklungen stellt die Nichterteilung von Visa neue Fragezeichen auf.

Wir protestieren in schärfster Weise gegen die Entscheidung, den ezidischen Frauen aus Sindschar kein Visum zu erteilen. Wir rufen die deutsche Botschaft dazu auf, ihre Entscheidung sofort rückgängig zu machen und eine Einreise in die Bundesrepublik zu ermöglichen."

Im Namen der Veranstalterinnen,
Dachverband des Ezidischen Frauenrats e.V.
8. März 2017