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Nürnberg: Stoppt Abschiebung von Flüchtlingen

Nürnberg: Stoppt Abschiebung von Flüchtlingen
(grafik: MLPD)

Nürnberg (Korrespondenz), 08.03.17: In Nürnberg gibt es viele äthiopische Flüchtlinge, denen auf Grundlage des Dublin-Abkommen die Abschiebung droht. Darunter sind besonders viele Frauen, die über Italien eingereist sind. Mit brutalen Mitteln: früh um 6 Uhr kommt Polizei und holt die Frauen ab - sie werden sofort abgeschoben. Davon macht das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge jetzt offenbar verstärkt Gebrauch, sagt Elisabeth Schwemmer in einem Interview der Nürnberger Nachrichten vom 21. Februar.

Im vergangenen Jahr wurden 916 Menschen nach Italien „rücküberstellt“, wie das im Fachjargon heißt. Im Januar waren es bereits 106, insgesamt habe Deutschland im ersten Monat des Jahres bereits 2.492 Flüchtlinge Übernahmegesuche an Italien gestellt. Tendenz steigend. Das Internationale Frauencafe schlägt Alarm: täglich stehen verzweifelte Afrikanerinnen vor der Tür des Beratungszentrums.

Die Situation in Italien ist für die Frauen schlimm: sie werden sich selbst überlassen, ohne jeden Cent, ohne ärztliche Hilfe. Der Fall einer jungen Frau aus Nürnberg vor fünf Tagen zeigt, in welcher Not sich die „zurückgeführten“ Flüchtlinge in Italien befinden. Sie übernachtete zwei Tage auf dem Bahnhof in Mailand, da sie niemand kannte und keinerlei Hilfe bekam.

Dieser Skandal wird am heutigen Internationalen Frauentag in Nürnberg, an dem sich auch die MLPD Nürnberg beteiligt, ein Thema sein. Protestiert gegen die Abschiebungen und die Methoden der bayrischen Abschiebebehörden!