Wirtschaft

Stahltarifrunde 2017: Stahlkapitalisten provozieren

Stahltarifrunde 2017: Stahlkapitalisten provozieren
Bild von der Aktion in Duisburg (foto: Thomas Range/IG Metall Nordrhein-Westfalen)

Duisburg (Korrespondenz), 09.03.17: 1,3 Prozent mehr Lohn- und Gehalt für 15 Monate, das war die Provokation der Stahlkapitalisten in der gestrigen zweiten Verhandlungsrunde, die sie der IG-Metall-Delegation vorlegten. Als auf Nachfrage von Seiten der IG Metall vom Verhandlungsführer der Stahlkapitalisten bestätigt wurde, dass ernsthaft ein „Angebot“ unterhalb der Inflationsrate mit dem Ergebnis des Reallohnabbaus vorgelegt sei, verließ die IG-Metall-Verhandlungsdelegation geschlossen den Raum und beendete die Gespräche.

Für gestern morgen war der erste Warnstreik bei ThyssenKrupp Steel (tkSE) in Duisburg ausgerufen worden. Gut 2.500 Kolleginnen und Kollegen versammelten sich gegen 10.30 Uhr vor Tor 1 in Duisburg-Bruckhausen auf der Straße. Sie wurden verstärkt durch Kollegen von Arcelor-Mittal Ruhrort, von der Kokerei Schwelgern, Kollegen von HKM und einer Delegation aus Dillenburg. Ab jetzt sollen bis zur dritten Verhandlungsrunde täglich weitere Warnstreiks in den verschiedenen Stahlbuden laufen.

Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang war, warum geht die IGM-Bezirksleitung oder auch die Ortsverwaltung nicht diesen Weg eines konsequenten Kampfes. So regte sich ein Kollege über die Formulierung von der Bühne „Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir danken euch für eure Unterstützung“ heftig auf. „Das ist doch unser Kampf, es geht um unser Geld, um unsere Interessen! Die wollen offensichtlich nur Sandkastenspielchen.“

In der Auseinandersetzung darum, sich selbst einzubringen und Verantwortung z.B. im Rahmen der revolutionären Kleinarbeit der MLPD oder in der Wählerinitiative der Internationalistischen Liste/MLPD zu übernehmen, konnte er sich noch nicht durchringen. Aber die Kandidatur vom Stahlarbeiter Peter Römmele auf der Liste der MLPD zu den Bundestagswahlen unterstützte er mit seiner Unterschrift.