Politik

Betriebsversammlung Daimler Düsseldorf: Geschäftsleitung weicht vor offener Konfrontation zurück

Düsseldorf (Korrespondenz), 20.03.17: Angesichts vieler weltpolitischer Unsicherheiten, zunehmender protektionistischer Entwicklungen wie in den USA, wachsender Konkurrenz auf dem Transportermarkt und weiteren Faktoren beschwor der Werkleiter Dr. Willy bei der ersten Betriebsversammlung 2017 im Daimler-Sprinter-Werk in Düsseldorf, nun müssten alle "an einem Strang ziehen". Kein Wunder, denn angesichts eines komplizierten Modellwechsels und Neuanlaufs sowie Parallelproduktion des Vorgängers von jetzt an bis 2020 ist Daimler besonders abhängig von der Schöpferkraft und Initiative der Belegschaft.

In dem Prozess soll ein Sprung in der Arbeitsproduktivität um 18 Prozent erreicht werden, was über 500 Arbeitsplätze aus Sicht des Vorstands überflüssig macht. Mit der Losung „Gemeinsam an einem Strang ziehen“ soll vor allem die Kritik, der Widerstand und das Selbstbewusstsein der Arbeiterinnen und Arbeiter besänftigt und eingeschläfert werden angesichts dieser Veränderungen, die auch erruptive Entladungen mit sich bringen können.

Selbst der Betriebsratsvorsitzende Helmut Stengel betonte: "Die Phase des Neuanlaufs ist keine Zeit für Kürzungsprogramme." Er kritisierte besonders die Pläne der Werksleitung, Teile der Logistik auszugliedern. Es war ein Zugeständnis, diese im Konzern zu lassen, um den 24-Stunden-Streik von 5.000 Daimler-Kollegen in Düsseldorf im September 2014 gegen die Arbeitsplatzvernichtung abzuwürgen. Faktisch ist die Logistik an vielen anderen Standorten bereits ausgelagert. ...

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