Umwelt

Abgasmanipulation: Daimler-Chef Zetsche räumt "Fehler" ein

Abgasmanipulation: Daimler-Chef Zetsche räumt "Fehler" ein
Dieter Zetsche (foto: RudolfSimon/CC BY-Sa 3.0)

Stuttgart (Korrespondenz), 29.03.17: Noch auf der Betriebsversammlung am 6. März in der Schleyerhalle in Stuttgart pochte Dieter Zetsche darauf, dass es sich bei der kriminellen Abgasmanipulation um ein VW-Problem handle. Wer anderes behauptete und Daimler „anklagte“, wurde unterdrückt oder gar mit der finanziellen Ruinierung bedroht, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH).

Inzwischen sind die Belege erdrückend geworden und gibt es auch in der Belegschaft immer schärfere Kritik, dass Daimler mit zu den Hauptakteuren der „VW-Krise“ gehört. So wurde beim jüngsten Eco-Test des ADAC beim „Smart fortwo2“ gemessen: der „Ausstoß an Feinstaub .. ist mehr als doppelt so hoch als bei den bisher schlechtesten Benzin-Direkteinspritzern"¹. Auch bei den Plug-in-Hybriden mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsmotor, mit denen Daimler noch bis im letzten Jahr Elektroautos boykottiert hat, wurden Autokäufer und Öffentlichkeit massiv belogen.

Der Grund: Der ADAC hat z.B. für einen BMW 225xe, der mit 2 Liter Spritverbrauch/100 km verkauft wird, mit 6,3 Litern mehr als das Dreifache ermittelt. „Ist die Batterie leer, was nach rund 30 Kilometern passiert, steigt der realistische Verbrauch sogar auf 7,6 Liter. Die offiziellen Testmethoden würden aber Hybridfahrzeuge bevorzugen, was Hersteller nutzen, um ihren Flottenverbrauch – allerdings nur auf dem Papier – zu senken.“²

Jetzt ist wichtig, dass die Arbeiter- und Umweltbewegung dafür kämpft, dass große Teile des Verkehrs von der Straße auf die Schiene verlagert und insbesondere der öffentliche Nahverkehr erheblich ausgebaut und der Nulltarif eingeführt wird. Bezahlt durch die Abschöpfung der Extra-Profite der Automonopole im Zuge ihrer Abgasmanipulation. Auch müssen die Vorstände und Großaktionäre gerichtlich zur Rechenschaft gezogen werden und mit ihrem Vermögen für den angerichteten Schaden haften.

¹ Autobild, 23.3.2017

² Stuttgarter Zeitung, 24.3.2017