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Flüchtling verliert seine ganze Familie

Flüchtling verliert seine ganze Familie
(foto: screenshot)

Bochum (Korrespondenz), 08.04.17: Der in Karst lebende Rechtsanwalt Jeremias Mameghani informierte die Öffentlichkeit über folgenden Vorgang: Die schwangere Frau und die drei Jahre alte Tochter eines in Deutschland lebenden syrischen Flüchtlings - Salah J. - sind beim Versuch, von der Türkei mit dem Boot zu fliehen am 28. März ertrunken.

Der Syrer hatte sie auf seiner Flucht bei Verwandten in der Türkei zurück gelassen in der Hoffnung, sie später nachholen zu können. Er lebt seit zwei Jahren in Deutschland. Sein Asylverfahren dauerte aber über ein Jahr und er erhielt so lange nur "subsidiären" Schutz. Dies bedeutet, dass er zwar nicht abgeschoben wird, aber seine Familie nicht nachholen darf. Salah J. hatte kein Visum für die Türkei erhalten, um seine Familie sehen zu können. Durch einen Minijob hatte er jeden Monat 300 Euro an seine Verwandten in der Türkei überweisen können. Als er jetzt den Job verlor, war seine Frau so verzweifelt, dass sie die Flucht wagte.

Sein Rechtsanwalt berichtete über die große Hilfsbereitschaft in Deutschland. So spendeten innerhalb weniger Tage Leute mehr als die notwendigen 2000 Euro um die Leichen nach Syrien überführen zu können. Auch wenn er nicht dabei sein kann, war es der Wunsch des Flüchtlings, dass sie dort beerdigt werden sollen.