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Hamburg: Maritimer Aktionstag kämpferisch und optimistisch

Hamburg: Maritimer Aktionstag kämpferisch und optimistisch
Kämpferische und optimistische Stimmung beim Aktionstag in Hamburg (rf-foto)

Hamburg (Korrespondenz), 04.04.17: Um 14.15 Uhr am gestrigen Montag formierte sich bei strahlendem Sonnenschein der Demonstrationszug zum Rathausmarkt mit 450 Kolleginnen und Kollegen von Blohm+Voss. Ihre Stimmung kämpferisch und optimistisch, obwohl sie gerade wenig zu lachen haben. Weitere 300 Arbeits- und Ausbildungsplätze von 980 und wahrscheinlich noch mehr stehen nach dem Plan des neuen Eigentümers Lürssen auf der Kippe. Aber auch beim Lohn sollen die Kolleginnen und Kollegen Abstriche machen.

In einer kämpferischen Rede machte der Betriebsratsvorsitzende Murat Acerüzümoglu klar, dass die Kolleginnen und Kollegen nicht mehr bereit sind, das kampflos hinzunehmen. Ausdrücklich bedankte er sich für die Solidarität der Kolleginnen und Kollegen von Lürssen, um klarzustellen, dass er die Geschäftsleitung kritisierte. Sie habe vor, Blohm+Voss zur verlängerten Werkbank zu machen.

Anlass von Demonstration und Kundgebung auf dem Rathausmarkt war die am Abend beginnende Maritime Konferenz, auf der sich Hafenchefs, Reeder, Regierungs- und Gewerkschaftsvertreter treffen. Die Reden von verschiedenen führenden Vertretern von ver.di, dem itf - unter anderem Nick Stams (FNV Bondgenoten Haven, Rotterdam), Terje Samuelson (itf-Generalsekretär für die Häfen), dem Vorsitzenden der belgischen Transportarbeitergewerkschaft und der Beauftragten für Hafenarbeiterinnen (Antwerpen) - bekamen immer dann Beifall, wenn sie offensive Forderungen in den Mittelpunkt rückten. Sie verstanden es aber auch geschickt, das mit der Illusion in die Mitbestimmung zu verbinden.

Die Erklärung der Landesleitung Nord und der Kreisleitung Hamburg (West) zur Arbeitsplatz- und Ausbildungsplatzvernichtung bei Blohm+Voss nahmen die Kolleginnen und Kollegen interessiert.