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Gedenkfeier in Buchenwald: Selbstbefreiung unter Leitung eines internationalen Widerstandskomitees gewürdigt

Gedenkfeier in Buchenwald: Selbstbefreiung unter Leitung eines internationalen Widerstandskomitees gewürdigt
Mitglieder des Jugendverbands REBELL während der Veranstaltung (foto: screenshot Tagesschau)

10.04.17 - Alljährlich findet am 11. April in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar eine Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers im Jahr 1945 statt. Von einer Teilnehmerin erreichte uns folgender Bericht:

"Gemeinsam mit unseren Gästen aus Russland und Norwegen erreichten wir nach der begeisternden Feier zur Übergabe des Parteivorsitzes der MLPD in Truckenthal (siehe rf-news) das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald. Rote Fahnen begrüßten uns, Infostände der VVN-BdA und der Internationalistischen Liste/MLPD ebenfalls. 72 Jahre ist es her, seitdem das Lager durch die Gefangenen unter der Leitung eines internationalen Widerstandskomitees befreit wurde, in dem Kommunisten aus verschiedenen Ländern eine maßgebliche Rolle spielten.

56.000 Menschen verschiedenster Nationen wurden hier im größten KZ auf deutschem Boden 'erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet ...' (aus dem Schwur von Buchenwald). Ernst Thälmann, der Vorsitzende der KPD wurde hier hingerichtet. 280.000 Menschen aus ganz Europa waren unter der zynischen Losung 'Jedem das Seine' interniert.

Die offizielle Gedenkfeier begann mit dem Lied 'Die Moorsoldaten' und war geprägt von der symbolischen Übergabe der Verantwortung durch die letzten Überlebenden an die jüngere Generation. Unübersehbar war der Jugendverband REBELL mit seinen Fahnen als aktive antifaschistische Kraft unter den Zuhörenden."

Arbeiterinnen und Arbeiter, Antifaschisten verschiedenster Weltanschauung und Marxisten-Leninisten begingen die Gedenkveranstaltung Seite an Seite mit den letzten Überlebenden - die zum Teil aus der ganzen Welt angereist waren. Zurecht würdigten sie auch die historische Leistung der Kommunisten verschiedener Länder. In der Gedenkstätte Buchenwald wird diese teilweise heruntergespielt, um stattdessen auf die Stärkung der EU als vermeintlicher Konsequenz aus Faschismus und Krieg zu orientieren. Zurecht hatten die Buchenwald-Häftlinge nach der Befreiung unter anderem geschworen: "Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel." Der imperialistische und zunehmend repressive Staatenbund der EU hat damit wenig zu tun.

Die Errichtung einer faschistischen Diktatur in Deutschland im Jahr 1933 zielte von Anfang auf die Unterdrückung und Vernichtung der revolutionären Arbeiterbewegung mit brutalstem Terror. Folgerichtig landeten als erste vor allem Kommunisten in den Konzentrationslagern. Doch der kommunistische antifaschistische Widerstand konnte nicht gebrochen werden. Zusammen mit vielen sozialdemokratischen Gefangenen überwanden sie die Spaltung der Arbeiterbewegung in der Vorkriegszeit und setzten sich für die Einheitsfront im Kampf gegen den Faschismus ein.

Die Tatsache der Selbstbefreiung durch die Gefangenen wird in den bürgerlichen Medien verschwiegen. Am Abend des 11. April 1945 hatten die überlebenden Häftlinge des KZ Buchenwald die gefangenen faschistischen Folterknechte an die eintreffende Vorhut der US-Armee übergeben. Amerikanische Aufklärer berichteten darüber: "Die Leitung des Lagers befindet sich in der Hand eines gut organisierten Komitees, das alle im Lager vorhandenen Nationalitäten umfasst." (Bericht von der Feier zum 70. Jahrestag der Befreiung Buchenwalds)

In Deutschland gibt es heute eine sehr breite antifaschistische Bewegung. Die MLPD und der Jugendverband REBELL nehmen in ihr eine aktive, vorwärtstreibende Rolle ein. So hat der REBELL am Wochenende die Broschüre "Leben und Kampf eines aufrichtigen Antifaschisten und Kommunisten - Überleben im KZ Buchenwald" herausgegeben. In dieser berichtet das Mitglied der VVN-BdA, Klaus Dimler, bewegend über seinen Vater Kurt, einen der Häftlinge, die Buchenwald befreit haben.

Im Vorwort dazu heißt es: "Daher haben sich am 25. Januar 2009 noch einmal die letzten lebenden Häftlinge an die Weltöffentlichkeit gewandt. Unter anderem heißt es: 'Die letzten Augenzeugen wenden sich an Deutschland, alle europäischen Staaten und die internationale Völkergemeinschaft, die menschliche Gabe der Erinnerung und des Gedenkens auch in Zukunft zu bewahren und zu würdigen. Wir bitten die jungen Menschen, unseren Kampf gegen die Naziideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen, eine Welt, in der Antisemitisimus, Rassismus und Rechtsextremismus keinen Platz haben darf.'

Zu diesen jungen Leuten zähle ich auch die 'jungen Rebellen' als Jugendorganisation der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Sie haben begriffen, dass nur der geeinigte Kampf eine erneute politische Machtergreifung der Faschisten verhindern kann. Sie reichen dazu jedem aufrechten, mutigen Antifaschisten die Hand. Dazu haben sie unter anderem das Internationalistische Bündnis gegründet. Ich danke den jungen Leuten aufrichtig für ihre unendliche Arbeit zur Erstellung der Broschüre über meinen Vater zum Thema 'Gedenken, nicht vergessen und Vorbild der antifaschistischen Jugend'."

Die Broschüre "Kurt Dimler - Leben und Kampf eines aufrichtigen Antifaschisten und Kommunisten - Überleben und Widerstand im KZ Buchenwald" kann beim Jugendverband REBELL, An der Rennbahn 2, 45899 Gelsenkirchen, Tel: 0209 9552450, Internet: www.rebell.info, gekauft werden. Sie kostet 2,50 Euro!

Mehr erfahren? Das Buch "Die Moorsoldaten", das den Kampf der Kommunisten in den deutschen Konzentrationslagern zum Thema hat, kann hier gekauft werden!

Ein Beitrag der ARD-Tagesschau über die Gedenkveranstaltung kann hier angesehen werden!