Politik

Dortmund: Außerordentliche Belegschaftsversammlung von tkSE Dortmund

Dortmund: Außerordentliche Belegschaftsversammlung von tkSE Dortmund
Wenn Stahlarbeiter streiken ... Foto vom April 2016 in Duisburg (rf-foto)

Dortmund (Korrespondenz), 15.04.17: Am Donnerstag, 13. April, fand eine kurzfristig einberufene außerordentliche Belegschaftsversammlung von thyssenkrupp Steel Europe (tkSE) Dortmund mit fast 500 Teilnehmern statt. Das zeigt das große Interesse der Kolleginnen und Kollegen um ihre Zukunft – vor allem die Sorge um ihre Arbeitsplätze. Die Betriebsratsvorsitzende Sabine Birkenfeld informierte über den Erpressungsversuch des tkSE-Vorstands: 300 Arbeitsplätze in Hüttenheim und Bochum sollen sofort vernichtet werden und der Betriebsrat soll an einem Rationalisierungsprogramm zur Profitsteigerung von 500 Millionen Euro mitwirken. Wenn nicht, komme es zu weiteren Stilllegungen, eventuell von ganzen Standorten.

Womit will der Vorstand drohen? Die Profitsteigerung von 500 Millionen Euro beinhaltet ja bereits die Vernichtung von 3.000 bis 5.000 Arbeitsplätzen! Seit Monaten haben kämpferische Kolleginnen und Kollegen und der Stahlkocher¹ auf diese Entwicklung hingewiesen und davor gewarnt, sich auf Verhandlungen und Zusagen des Vorstandes zu verlassen. Es ist völlig richtig, wenn die Betriebsrats-Vorsitzende fordert, dass sich die einzelnen Standorte nicht gegeneinander ausspielen lassen dürfen. Dazu sind alle Beschäftigten von tkSE am 3. Mai, um 12 Uhr, zu einer großen Kundgebung in Hüttenheim aufgerufen. Das muss ein gemeinsamer Streiktag aller Stahlarbeiter werden! Dabei geht es nicht um „Klarheit über die Pläne des tk-Konzerns“ - wie es in einem Flugblatt der Arbeitsgemeinschaft der Betriebsräte bei tkSE heißt, sondern um den Kampf um jeden Arbeitsplatz. Und dieser Kampf muss jetzt an allen Standorten vorbereitet und geführt werden, bis die Vorstandspläne vom Tisch sind. Dazu braucht es die Initiative und den Einsatz jeder Kollegin und jedes Kollegen. Dazu muss auch offen diskutiert werden. Stattdessen hat die Betriebsrats-Vorsitzende keine Diskussion zugelassen, nicht mal die Vertrauenskörperleitung durfte sprechen – davon waren die Kolleginnen und Kollegen richtig überrumpelt. Dazu ein Kollege: „Das hab' ich ja noch nie erlebt - schließlich geht es um unsere Arbeitsplätze. Da müssen wir doch offen darüber reden, wie wir jetzt der Kampf führen müssen und mit welchen Forderungen! Wovor hat denn der Betriebsrat Angst?“

¹Zeitung von Kolleginnen und Kollegen aus allen Stahlbetrieben