Politik

Dortmund: Wer steckt hinter dem Attentat auf den BVB?

Dortmund: Wer steckt hinter dem Attentat auf den BVB?
Der beschädigte Dortmunder Mannschaftsbus (foto: privater Blog)

Dortmund (Korrespondenz), 15.04.17: Gerade durch die wohl gefälschten Bekennerschreiben, die die Antifaszene in Dortmund und sogenannte „Islamisten“ beschuldigen sollten, wird es in Dortmund mehr und mehr zur Gewissheit, dass es deutsche Faschisten waren, die den Rohrbombenanschlag auf den Mannschaftsbus des BVB am 11. April durchgeführt haben. Das heute beim Berliner Tagesspiegel eingegangene faschistische Bekennerschreiben unterstützt das. Laut den aktuellen Erkenntnissen, könnte der Sprengstoff der verwendeten Rohrbomben aus Bundeswehrbeständen stammen. Auch das würde ins Bild passen: Die Dortmunder Faschisten hatten erwiesenermaßen enge Kontakte zum NSU, es tummeln sich Ex-Militärs, faschistische Kampfsportler und andere Gestalten dort. Die MLPD Dortmund war die erste Organisation, die öffentlich auf die Möglichkeit eines Anschlags durch deutsche Faschisten hingewiesen hat. Die große Frage ist: warum die BVB-Spieler; welches Motiv steckt dahinter?

Auf jeden Fall wurde es genutzt für eine Bürgerkriegsübung in der Stadt und am Stadion. Überall Polizisten mit Maschinenpistolen, verengte bzw. gesperrte Ein- und Ausgänge und erhöhte Kontrollen. Diese wurden auch schon für alle kommenden Bundesligaspiele und sonstige öffentliche Ereignisse angekündigt, weil ja laut einem angeblichen Bekennerschreiben „alle Sportler und andere Personen in der Öffentlichkeit“ Ziele sind.

Begeistert und bewegend waren die Reaktionen auf den spontanen Zusammenhalt, die Solidarität und Hilfsbereitschaft untereinander. Viele von weiter weg konnten es gar nicht fassen, dass Fremde so aufgenommen und verpflegt wurden – und schrieben es der Kultur im Ruhrgebiet zu. Abstoßend werden dagegen die Versuche der bürgerlichen Politiker empfunden, das zu vereinnahmen. Auch die UEFA- („Wenn es Tote gegeben hätte, hätte das Spiel nicht stattgefunden“) und andere Offizielle trifft die Wut der Leute. Wie kann man das Spiel so stattfinden lassen, nicht mal einen Tag nach dem Anschlag? Normalerweise werden Opfer solcher Anschläge erst mal abgeschirmt, geschützt, sollen es verarbeiten, hier wurde das Gegenteil gemacht. Profis, Millionäre hin oder her: Das war wirklich bewegend und wird weiterhin nicht einfach zu verarbeiten zu sein, besonders seit klar ist, dass es wirklich lebensgefährlich war – und heute ist das Spiel gegen Eintracht Frankfurt.