Betrieb und Gewerkschaft

Frankfurt am Main: Schallende Ohrfeige für die APS/Fraport

Frankfurt am Main: Schallende Ohrfeige für die APS/Fraport
Erdogan Sedef arbeitet wieder am Frankfurter Flughafen (foto: Donald24/CC0)

Frankfurt am Main (Korrespondenz), 13.04.17: Vor kurzem hat Erdogan Sedef seine Wiedereinstellung bei der APS (Airport Personal Service GmbH, Tochter der Fraport) vor dem Landesarbeitsgericht durchgesetzt (siehe rf-news). Das Gericht verurteilte das Unternehmen, ihn zu unveränderten Arbeitsbedingungen weiterzubeschäftigen, eine Revision ist nicht zugelassen. Damit ist seine fristlose Kündigung für ungültig erklärt, sein Arbeitsverhältnis besteht unverändert fort. Der Betrieb muss 20 Monate Lohn nachzahlen Das ist ein Sieg auf der ganzen Linie für ihn und für die Kolleginnen und Kollegen, die ihn begleitet und unterstützt haben.

Anlass für die politische Kündigung waren seine kritischen Äußerungen auf der Betriebsversammlung über miserable Arbeitsbedingungen und Arbeitsdruck. Den Zwang zum Ansparen von Arbeitsstunden hatte er als „brutalen Raub“ gekennzeichnet. Das Gericht sah keine „Störung des Betriebsfriedens“, sondern bestätigte sein Recht auf „freie Meinungsäußerung“. Ein Flugblatt im Betrieb, wofür die Geschäftsleitung ihn verantwortlich gemacht hatte, wertete die Richterin so: „Wer auch immer das Flugblatt im Betrieb verteilt hat, es handelt sich um eine Meinungsäußerung, die durch Grundrechte abgedeckt ist.“

Jetzt arbeitet Erdogan wieder als Gepäckabfertiger und das Hallo war groß, als er zurückkam. Sein erfolgreicher Kampf für Wiedereinstellung ist eine wichtige Erfahrung, wie man einem Weltkonzern eine Niederlage beibringt, wenn man organisiert in die Offensive geht.