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Gent/Belgien: Erfolgreicher Streik bei Volvo

12.04.17 - Vier Tage dauerte der Streik bei Volvo in Gent/Belgien (rf-news berichtete am 21. März). Dann wurden die Forderungen der Kolleginnen und Kollegen des LKW-Werkes akzeptiert.

2016: Produktionsrekord in Gent. Jetzt hatten die Kollegen genug. Die Arbeitsbelastung war zu hoch. Frei zu bekommen war kaum mehr möglich. Die Maschinen sind veraltet, was die Arbeit unnötig erschwert.

Am 28. Februar 2017 haben die Kolleginnen und Kollegen während der halben Spätschicht spontan die Arbeit niedergelegt. Drei Gewerkschaften (ACV-CSC Metea, ABVV Metaal, ACLVB) kündigten Streiks an. Daraufhin wurden sofort Verhandlungen aufgenommen, aber ohne Ergebnis. Der Streik begann am Dienstag, dem 14. März 2017. In Belgien gibt es im Unterschied zu Deutschland ein allgemeineres Streikrecht. Die Firma gab dann Stück um Stück nach.

Jede Schicht – mit 800 Arbeitern – sollte für sechs Monate mit weiteren 50 bis 80 befristet eingestellten Kolleginnen und Kollegen verstärkt werden. In der Zeit sollen neue Arbeitsmethoden ausgearbeitet werden. Verdoppelung der Anzahl der Kolleginnen und Kollegen für Vertretung, ab Mai neue Regelungen für Freischichten, 40 alte Gabelstapler müssen ausgetauscht werden. In Belgien stimmen die Arbeiterinnen und Arbeiter über Verträge ab, bevor sie von der Gewerkschaft unterschrieben werden. Das erste Angebot wurde von 84 Prozent der Belegschaft abgelehnt, das zweite von 85 Prozent und das dritte von 68 Prozent.

Dann ist Jan Ohlsson von der Konzernleitung in die Verhandlung eingestiegen. Gent ist mit 4.000 Beschäftigten immerhin das größte Volvo-Produktionswerk weltweit. Mit dem vierten Angebot versprach Ohlsson: Bandgeschwindigkeit um zehn Prozent senken, bis alle weiteren Veränderungen erfolgt sind. Dabei hatte Volvo eigentlich geplant, die Produktion von 186 auf 210 Autos täglich zu steigern. Eine Einmalzahlung von 500 Euro für jeden. 57,5 Prozent der Belegschaft haben dieses Angebot angenommen. Gleichzeitig ist die Sorge groß, dass alles wieder beim Alten ist, wenn nach einem halben Jahr diese Maßnahmen ausgewertet werden und die zusätzlich Eingestellten wieder weg sind.

Diesen Bericht erhielt rf-news über die Koordination der Automobilarbeiter (IAC) von Kollegen bei Volvo Schweden. Sie berichten über ihr Werk, Tuvefabriken in Göteborg: Samstagsarbeit an mindestens drei Samstagen, um einen Teil des Rückstandes in Gent reinzuarbeiten. In der Kalenderwoche 23 soll die Produktion gesteigert werden: Frühschicht von 61 auf 70, in der Spätschicht von 30 auf 35 LKWs.