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München: "Nedaje Afghan - Afghanischer Aufschrei" vor und im Rathaus

München: "Nedaje Afghan - Afghanischer Aufschrei" vor und im Rathaus
Der "Afghanische Aufschrei" auf dem Münchener Marienplatz (rf-foto)

München (Korrespondenz), 10.04.17: Insgesamt etwa 90 Menschen versammelten sich am 3. April zur Montagsdemo auf dem Marienplatz in München. Der Jugendverband REBELL hatte enorm mobilisiert, und so kamen rund 40 afghanische Flüchtlinge aus verschiedenen Unterkünften. Die Montagsdemo ermöglichte ein Forum für die Aktion „Afghanischer Aufschrei“, einen Antrag, der sich an Oberbürgermeister und Stadträte der Stadt richtete.

Begonnen wurde mit einer Gedenkminute an einen jungen Afghanen: letzte Woche warf sich dieser vor die S-Bahn, weil er seinen Ablehnungsbescheid bekommen hatte. Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer berichteten, dass sie es mittlerweile mit vielen Verzweifelten zu tun haben. Tatsächlich fühlen sich die Geflüchteten aus Afghanistan bedroht.

Auf dem Marienplatz einte die Versammelten, dass der Widerstand weitergehen muss. Stephan Dünnwald vom bayerischen Flüchtlingsrat sprach sich für eine bessere Koordinierung der Aktivitäten aus; er forderte gegenseitige Hilfe und Unterstützung für Bedrohte, sollte ein nächster Flug nach Kabul bevorstehen. Birgit Schiel von der Umweltgewerkschaft zeigte den Zusammenhang zwischen der zunehmenden Klimakatastrophe und den Folgen für die Menschen auf. Sie forderte auch, Flucht vor Umweltkatastrophen als Asylgrund anzuerkennen.

Sehr bewegend waren die Berichte, die die afghanischen Jugendlichen und Männer vorbrachten. „Ich war zwei Jahre so glücklich in Deutschland, bis ich 18 Jahre alt war. Dann war alles aus. Ich hatte deutsch gelernt, wollte eine Ausbildung machen, jetzt weiß ich nicht, wie es weiter geht.“ Sehr erfreulich, dass die Stadtratsfraktionen von Die Grünen/Rosa Liste und die Linkspartei zusammen einen Antrag einbrachten, der sich auf unseren Vorschlag stützt. (siehe rf-news)

Der "Afghanische Aufschrei" sollte Schule machen. Münchens Beschluss ist ein Signal nach Bayern, Deutschland und international. Das ist das Ergebnis eines enormen Gemeinschaftswerkes des aktiven Widerstandes.