Umwelt

Land unter in Nordkasachstan

Land unter in Nordkasachstan
Seit Tagen geht über Kasachstan ein Starkregen wie dieser nieder (foto: Reinhard Dietrich/CC BY-SA 3.0)

Esslingen (Korrespondenz), 24.04.17: Ein seit Menschengedenken nicht dagewesenes Hochwasser hat in fünf großen Bezirken im Norden Kasachstans riesige Gebiete überflutet. In den Dörfern steht teilweise das Wasser neun Meter über dem normalen Pegel. Die fünf Bezirke sind zusammen etwa zweimal so groß wie Deutschland. Sie reichen von Petropavlowsk im Norden bis nach Karaganda. In der Presse in Deutschland kann man darüber kaum etwas finden.

Diese regionale Umweltkatastrophe hängt mit sehr ungewöhnlichen Großwetterlagen zusammen. Sie sind ein Zeichen der möglichen sprunghaften Veränderungen durch die weltweite Klimaveränderung. Es gab bereits im Winter viel mehr Schnee als bisher gewohnt. Am 23. März setzte das Tauwetter ein und die Temperaturen erhöhten sich in kürzester Zeit auf plus 20 Grad Celsius. Gleichzeitig fiel und fällt immer noch tagelang Starkregen. So kam besonders schnelle und massenhafte Schneeschmelze mit Starkregen zusammen und ließ Flüsse und Wasserrückhaltebecken überlaufen. Viele dicke Eisschollen versperren dem ablaufenden Wasser den Weg und führen zu weiteren Stauungen. Zusätzlich brach der neugebaute Damm nahe der Stadt Atkinsk. Fast alle Wasserrückhaltebecken sind voll bis übervoll.

Im ganzen Norden Kasachstans ist der Notstand ausgerufen. Helfer mit Schlauchbooten sind unterwegs. Am meisten aber hilft die Bevölkerung den Menschen, die ohne Dach über dem Kopf dastehen und oft binnen Minuten, ohne nur das notwendigste mitnehmen zu können, vor dem schnellen Hochwasser fliehen mussten. Jung und alt, auch ärmste Rentnerinnen und Rentner schauen, was sie noch geben können.