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Der 1. Mai in der Türkei und in Kurdistan

02.05.17 - In allen Städten in der Türkei gingen ausgehend von den Gewerkschaften organisiert Tausende auf die 1. Mai-Demonstrationen. In Istanbul demonstrierten Zehntausende in Bakirköy. Die Gewerkschaften vermieden aber bewusst, zum berühmten Taksim-Platz aufzurufen. Das machten aber revolutionäre Organisationen, die zu Hunderten auf den Taksim-Platz wollten. Sie wurden dann brutal von der Polizei zusammengeknüppelt und über 200 Menschen verhaftet.
In Gebze (Stadtteil von Izmit, nahe Istanbul) gingen ebenfalls Zehntausende, mehrheitlich Metallarbeiter, auf die Straße. Sie demonstrierten gegen vermehrte Arbeitsunfälle und gegen einen zu geringen Mindestlohn. Weitere Demonstrationen gab es in Ankara, in der Bergarbeiterstadt Zonguldak, in Bursa, in Antalya, in Canakkale, Hopa (bei Artvin) und viele andere Städte.

In Nordkurdistan demonstrierten Tausende gegen die Unterdrückung, gegen den Krieg und die staatlichen Entlassungen, so in Amed (Diyarbakir) unter dem Motto "Sagen wir zusammen nein". Dabei wurden Plakate mit kurdischen Schriftzügen von der Polizei verboten, ebenso Plakate mit "Diktator Erdogan" oder "Dieb Erdogan".

Der 1. Mai zeigt, dass sich der Widerstand gegen den Faschismus nach dem Referendum höherentwickelt. In Rojava (Westkurdistan) im Cizre-Kanton führten die Saison-Arbeiter-Gewerkschaft eine Kulturveranstaltung durch zusammen mit den Kräften der YPG (Volksverteidigungseinheiten) und der YPJ (Frauenverteidigungseinheiten). Von TEV-DEM sprach Ferec Quido. Sie sendete einen Gruß an alle Arbeiter der Welt. Dieser Tag ist auch ein Protest gegen alle Diktaturen, im Besonderen gegen den Faschismus in der Türkei.