Politik

IG-Metall-Führung fällt Leiharbeitern in den Rücken

IG-Metall-Führung fällt Leiharbeitern in den Rücken
(grafik: Internationalistische Liste/MLPD)

Stuttgart (Korrespondenz), 04.05.17: Nach dem neuen „Arbeitnehmerüberlassungs-Gesetz“ der Bundesregierung dürfen Leiharbeiter nur mehr für 18 Monate im Betrieb eingesetzt werden; aber nur im Grundsatz, da bei Vorliegen von Tarifverträgen diese gelten. Die IG-Metall-Führung hat als erste Gewerkschaft mit dem Kapitalistenverband Gesamtmetall bereits „Ende Februar – unbemerkt von der Öffentlichkeit – eine Rahmenvereinbarung erzielt, die nun regional umgesetzt werden muss.“¹ Nach dem Tarifvertrag „TV LeiZ“ können Leiharbeiter bis zu 48 Monaten eingesetzt werden, bei Projekten sogar noch länger! Das hat sofort zu Protesten geführt.

Der Ausbau von Leiharbeit und Werksverträgen geht wesentlich von den internationalen Übermonopolen aus, um Lohnabbau zu betreiben und die Arbeiterklasse zu spalten. In der Verarbeitung der Erfahrungen damit, wozu die systematische Kleinarbeit der MLPD und ihrer Betriebsgruppen einen wichtigen Beitrag leisten, ist die Bereitschaft zum Kampf gegen die Leiharbeit an der Gewerkschaftsbasis deutlich gewachsen. So wurde auf dem IG-Metall-Gewerkschaftstag 2016 die Forderung nach „unbefristeter Übernahme in die Einsatzbetriebe“ beschlossen.²

Die IG-Metall-Spitze muss sich deshalb damit verteidigen, dass einer längeren Einsatzdauer der Leiharbeiter vom Betriebsrat zugestimmt werden muss und die Betroffenen froh seien, wenn sie nicht immer wechseln müssten. Das ist eine Rechtfertigung für die Unterordnung unter die Monopolinteressen und steht im völligen Gegensatz zur Aufgabe und Erwartung vieler Kollegen, die Gewerkschaften zu Kampforganisation zu machen.

¹ Stuttgarter Zeitung 21.4.17

² Antrag E2.001-EA2 in Broschüre, S. 168 – wurde in abgeschwächter Form verabschiedet.