Fukushima

Schwerer Waldbrand in Fukushima – Interview mit Kazuhiko Kobayashi

Der Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima in Japan vom März 2011 hat nach wie vor verheerende Auswirkungen auf die natürliche Umwelt Japans. ...

Schwerer Waldbrand in Fukushima – Interview mit Kazuhiko Kobayashi
Kazuhiko Kobayashi

Der Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima in Japan vom März 2011 hat nach wie vor verheerende Auswirkungen auf die natürliche Umwelt Japans. Nach wie vor verstrahlen die Reaktorruinen weite Teile der Umgebung und des Meeres umher. Nun wütet ein schwerer Waldbrand in dem Gebiet. Für rf-news sprach Dr. Günther Bittel mit einem der führenden Anti-AKW-Aktivisten Japans, Kazuhiko Kobayashi.

 

 

Welche Gefahr geht von dem Waldbrand in der Nähe des zerstörten AKW Fukushima aus?

 

Es gibt heute noch (Stand: 7. Mai 2017 gegen 17 Uhr) keine offizielle Information, ob der Waldbrand gelöscht worden ist. Ich gehe davon aus, dass der Wald noch brennt. Gemäß den Nachrichten von zwei lokalen Zeitungen in Fukushima vom 6. Mai 2017 soll der Waldbrand fast gelöscht worden sein (d.h. nicht ganz). Die Brandfläche soll sich inzwischen auf bis zu 500.000㎡ verbreitet haben. Was durchaus denkbar ist, ist, dass der Waldbrand - je nach Windstärke - plötzlich wieder stärker werden könnte. Von der amtlichen Seite der Präfektur Fukushima wurde lediglich veröffentlicht, dass bis jetzt keine Erhöhung der radioaktiven Werte in der unmittelbaren Umgebung gemessen worden ist. Aber es fehlen im Moment hierüber detaillierte Informationen.

 

Da alle Wälder in der Präfektur Fukushima seit dem SuperGAU bis jetzt weder radioaktiv genau untersucht noch entseucht worden sind und da dieser Waldbrand in unmittelbarer Nähe des havarierten AKWs geschehen ist, kann man auf jeden Fall davon ausgehen, dass jederzeit - je nach der Wetterlage - größere Mengen radioaktive Substanzen von diesen - mittlerweile vergrößerten 500.000 m² Brandfläche aus, vom Wind getragen, größere Umgebungen verseuchen können.

 

 

Wie ist es zu diesem Brand gekommen?

 

Es wird vermutet, dass ein Blitzschlag den Waldbrand verursacht hat, da es am 29. April in der Gegend mehrmals gedonnert haben soll.

 

 

Wie gehen Tepco und die japanische Regierung mit den Gefahren um und welche Aktivitäten entwickelt die Umweltbewegung in Japan?

 

Die japanische Regierung, das zuständige Ministerium und Tepco bleiben fast völlig still und unternehmen überhaupt nichts. Da auch alle Medien in Japan kaum darüber informieren, wird der Waldbrand von den meisten japanischen Bürgern kaum ernstgenommen. Ich gehe sogar davon aus, dass viele japanische Bürger noch nicht mal davon wissen.