Duisburg

Standortübergreifende Betriebsversammlung bei ThyssenKrupp: Wut und Kampfbereitschaft wachsen!

Gestern Nachmittag fand ab 15 Uhr eine außerordentliche Betriebsversammlung gemeinsam für die vier Standorte Bochum Essener Straße, Bochum Elektroband, Duisburg Süd und Duisburg Hamborn/Beeckerwerth statt. ...

Standortübergreifende Betriebsversammlung bei ThyssenKrupp: Wut und Kampfbereitschaft wachsen!

Gestern Nachmittag fand ab 15 Uhr eine außerordentliche Betriebsversammlung gemeinsam für die vier Standorte Bochum Essener Straße, Bochum Elektroband, Duisburg Süd und Duisburg Hamborn/Beeckerwerth statt. Zirka 4.000 Kollegen nahmen in der Gebläsehalle im Landschaftspark Nord in Duisburg daran teil. Aus Bochum waren Kollegen allein mit über 20 Bussen gekommen.

 

Zu Beginn der Versammlung wurden die Kollegen vom Internationalistischen Bündnis mit Infomaterial und offenem Mikrofon empfangen. Der Landesvorsitzende der MLPD und Stahlarbeiter Peter Römmele begrüßte seine Kollegen am offenen Mikrofon und stimmte sie auf eine intensive Auseinandersetzung um den Kampf um die Arbeitsplätze in der Stahlindustrie ein. Die Losung „Streik, bis die Pläne vom Tisch sind!“ fand große Zustimmung.

 

Auf der Versammlung stellte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Günter Back dar: Die geplante Senkung der Kosten um 500 Millionen Euro in drei Jahren, das bedeutet den Abbau von mindestens 4.000 Arbeitsplätzen. Er forderte den Vorstand auf, diese Zahl zu reduzieren und alle Pläne auf den Tisch zu legen. Dann sei der Betriebsrat auch bereit über die Umsetzung zu verhandeln.

 

Der Vorstandsvorsitzende von tkSE-Steel, Andreas Goss, wurde mit einem wütenden Pfeifkonzert begrüßt, Gevatter Tod wandelte durch die Versammlung. Er behauptete, sie würden keine Pläne verfolgen 4.000 Arbeitsplätze abzubauen. Aber der Stahlbereich verdiene seine Kapitalkosten nicht und das könne so nicht bleiben. ThyssenKrupp erwartet von der tk-Steel AG eine Kapitalverzinsung (EBITDA) von 14 Prozent jährlich, und nach dieser Logik werden die Stahlarbeiter als Kostenfaktor beschimpft.

 

Kämpferische Reden, für den Kampf um jeden Arbeitsplatz bekamen deutlich den meisten Beifall: Dass sich der Vorstand für die Arbeitsplätze engagieren würde, diese Argumentation wurden vollständig zerpflückt. Die kapitalistische Profitlogik ist es, die die Arbeiter zu immer neuen Zugeständnissen erpressen will. Um die Arbeitsplätze kämpfen, das müssen die Arbeiter mit ihren Familien selbst machen. Jetzt nicht abwarten, den Druck aufrecht erhalten, um jeden Arbeitsplatz kämpfen - in Verbindung mit Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!

 

Unter den Arbeitern wächst die Orientierung: Mit dem siebentägigen Streik damals in Rheinhausen, haben wir gelernt wie solche Auseinandersetzungen zu führen sind. Nur darf nicht nach sieben Tagen Schluss sein, sondern erst wenn die Pläne vom Tisch sind.