Dortmund

Bosch erneut im Visier der Justiz

Erneut ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen den Bosch-Konzern. Diesmal „wegen des Verdachts auf Beihilfe" zur kriminellen Manipulation der Abgaswerte bei Daimler.

Bosch erneut im Visier der Justiz
Foto: flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0

Im Zusammenhang mit den kriminellen Manipulationen bei VW laufen bereits seit Herbst 2015 Ermittlungen gegen Bosch. Aber auch in den USA befindet sich Bosch im Visier der Justiz. So weist die Klageschrift gegen Fiat Chrysler vom 23. Mai darauf hin, dass Bosch die softwaregesteuerten Module zur Motorsteuerung an Fiat Chrysler geliefert hat.

Auch die am 16. Dezember in New Jersey eingereichten Sammelklagen richten sich gegen Daimler und Bosch. Die Dieseltechnik gehört zu den wichtigsten Geschäftszweigen von Bosch. Daimler und VW zählen zu den Großkunden des Konzerns. Der Bosch-Konzern war spätestens seit 2007 an der Entwicklung krimineller Abgasmanipulationen beteiligt. (siehe rf-news)

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind eine Reaktion auf die in der Öffentlichkeit nicht nachlassende Kritik, dass bislang keiner der Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurde. Im Gegenteil wurde alles getan, um Spuren zu verwischen. Dabei steht die Rolle der Justiz mit im Zentrum der umfassenden VW-Krise. Sie ist Teil des Staatsapparates, den sich die internationalen Übermonopole wie VW und Daimler vollständig untergeordnet haben. Umfassende Aufklärung ist von ihr nicht zu erwarten.

Deshalb muss vor allem der politische Druck in den Betrieben, in der Öffentlichkeit und auf der Straße verstärkt werden! Damit sich aber grundsätzlich was ändert, muss die Diktatur des allein herrschenden Finanzkapitals, zu dem Daimler, Bosch und VW gehören, beseitigt werden.