Terroranschlag von Manchester

Geheimdienste und Behörden ließen den Täter gewähren

Mindestens 22 Todesopfer und zahlreiche oft schwer Verletzte hat der faschistische Terroranschlag von Manchester am 21. Mai gekostet. Wieder einmal - wie im Fall des Anschlags von Anis Amri in Berlin - scheinen die Geheimdienste den Attentäter von Manchester, Salman Abedi, schon lange gekannt zu haben.

Sie ließen ihn sein Attentat in aller Ruhe vorbereiten und durchführen. Über diesen eigentlichen Skandal sehen die meisten bürgerlichen Medien (noch) hinweg. Verschiedenste Quellen liefern bruchstückhafte Fakten, die - zusammengesetzt - beweisen, dass britische und US-Geheimdienste Amedi seit langem umfassend kannten:

Warnungen: Bereits vor fünf Jahren und dann noch einmal vor einem Jahr meldeten sich zwei Freunde bei der Anti-Terror-Hotline der Polizei: "Sie waren darüber besorgt, dass er den Terrorismus unterstützt", sagte ein Informant aus Polizeikreisen Quelle der BBC. Die Didsbury-Moschee, die Abedi besuchte, hatte ihm nach Aussagen des Daily Telegraph zudem den Zutritt wegen seiner - offenbar faschistischen - Ansichten verboten und die Polizei informiert. Vor zwei Jahren hat sich ein anderer Gemeindevorsteher ebenso an die Polizei gewandt. Selbst Familienangehörige des Attentäters sollen laut Focus die britische Polizei kontaktiert haben.

Mitgliedschaften: Der in Libyen festgenommene Bruder Abedis räumte ein, dieser sei Mitglied des faschistischen IS gewesen. Der Daily Telegraph berichtet auch von weiteren Kontakten Abedis zu IS-Leuten. Die Behörden waren sich bewusst, dass Abedis Vater mit einer bekannten islamistisch-faschistischen Gruppe in Libyen verknüpft war, die in Großbritannien verboten ist. Aus US-amerikanischen Geheimdienstkreisen hieß es, Abedi habe auch Verbindungen zu al-Qaida gehabt. Ein US-Kongress-Abgeordneter sagte, dass hinter dem Anschlag vom IS inspirierte "Terrorzelle" stecke. Seine Informationen bezog er aus einem Briefing der Geheimdienste. Auf einmal konnten acht Mitglieder dieser Zelle in England verhaftet werden.

Die Bombe: Abedi brachte eine Bombe zur Explosion, die ein anderer gebaut hatte, und die auch ihn tötete. Der gleiche Sprengstoff sei laut übereinstimmenden Medienberichten auch schon bei den Anschlägen in Paris und Brüssel von Terroristen verwendet worden. Die Geheimdienste kannten sogar die Verbindungen zwischen Abedi und einem "Experten-Bombenmacher", der in der gleichen Straße in Manchester gelebt hat. Aber erst nach dem Attentat stürmen sie nach übereinstimmenden Medienberichten die verdächtige "Bombenfabrik", wo weitere Sprengsätze gefunden wurden.

Reisen: Abedi reiste häufig zwischen Großbritannien und Libyen, möglicherweise auch nach Syrien. Die libysche Polizei sagte, auch sein Bruder sei zur Vorbereitung des Anschlags in Großbritannien gewesen. Amedis Beobachtung durch US-Geheimdienste war so genau, dass sie sofort sagen konnten, mit welchem Zug er von London nach Manchester gekommen war.

All das zeigt, dass das ständige Gerede vom "islamistischen Terror" vom faschistischen und durch und durch massenfeindlichen Charakter solcher furchtbarer Anschläge ablenkt. Es zeigt aber auch, dass Teile der Geheimdienste und Behörden - wie im Fall von Anis Amri oder des NSU in Deutschland - tief in deren Machenschaften verstrickt sind und sie offenbar an der "langen Leine" halten.

Vor dem Anschlag gab es zahlreiche Warnungen über Abedi, sie kannten die verdächtigen Reisen, sie kannten die Bombenwerkstatt, sie kannten die "Terrorzelle", aber sie ließen Abedi handeln. Warum? Um zu rechtfertigen, dass es in Zukunft Gesichtserkennung in Echtzeit, Nano-Drohnen und Zigtausende Polizisten mehr geben soll - dass der Staatsapparat nicht nur in Großbritannien noch weiter aufgerüstet und faschisiert wird.

Doch diese Faschisierung des Staatsapparates dient eben nicht - wie behauptet wird - dem "Schutz" der Bevölkerung vor dem faschistischen Terror. Er richtet sich vielmehr in erster Linie gegen fortschrittliche Bewegungen und Revolutionäre. Dagegen fordert die MLPD ein konsequentes Vorgehen gegen Faschisten aller Coleur. Notwendig ist die Verfolgung und strenge Bestrafung der Verantwortlichen solcher Anschläge. In Deutschland tritt die MLPD für das sofortige Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda ein.