Türkei

Panzer-Deal zwischen Deutschland und der Türkei

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall plant gemeinsam mit türkischen Firmen eine Panzerfertigung in der Türkei. Das bedeutet Panzerbau in einem Land, dessen Panzer unmittelbar im Kriegseinsatz auf fremdem Territorium stehen, im Irak und in Syrien.

Der Aufbau dieser Panzerfertigung ist Bestandteil der Kriegspolitik der türkischen Regierung und der von ihr beabsichtigten Zerschlagung des befreiten Gebietes in Rojava in Nordsyrien. Hier haben die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG zusammen mit Verbündeten im erbitterten Kampf gegen das Assad-Regime und den faschistischen IS weitgehende demokratische Rechte erkämpft.

Bei den türkischen Panzerplänen geht es um den Bau eines Panzers namens Altay auf der Basis des in Südkorea entwickelten K2 "Black Panther", der als teuerster Panzer der Welt gilt. Über diesen Panzer kommt das Springerblatt "Autobild" ins Schwärmen. "Diese anatolische Spezialität ist verdammt pikant. Während es in Syrien kracht und Deutschland Abwehrraketen an die türkisch-syrische Grenze schickt, demonstriert die Türkei mit dem modernen Kampfpanzer Altay ihre zukünftige Verteidigungsstärke."

Die Kanone dieses Panzers ist von Rheinmetall, von der gleichen Bauart, wie sie auch im neuesten Modell des deutschen Kampfpanzers Leopard II eingesetzt wird. Sie wird in der Türkei in Lizenz gefertigt. Der Motor soll zunächst von MTU (Daimler-Konzern) kommen. In Verhandlungen ist auch ein Motor des türkischen Albayrak-Konzerns, von der Firma Tumasan. Albayrak ist - wie die ebenso beteiligte Firma BMC - eng mit der Erdogan-Regierung verbunden. Die Produktion soll die türkische Panzerschmiede Otokar übernehmen. Sie gehört zu Koc, dem mächtigsten Konzern der Türkei, der auch zu den 500 größten Monopolen der Welt zählt.

Mit solchen Kooperationen im Ausland umgehen die deutschen Rüstungskonzerne die ihnen lästigen Rüstungsexportbeschränkungen in der BRD. Die türkische Rüstungsindustrie erhält durch solche Lizenzbauten das technische Know-how, um die eigene Rüstungsproduktion aufzubauen. Der Rüstungsexport ist zugleich ein Ventil für die schwächelnde Wirtschaft der Türkei. Während der Export insgesamt zurückgeht, wächst der Waffenexport. So will BMC jetzt 1.500 Panzerfahrzeuge für Katar bauen. Katar soll auch ein wichtiger Käufer für den Altay-Panzer werden.

Als die Bundesregierung von der Zeitung "Stern" auf dieses Panzergeschäft angesprochen wurde, wusste sie wie oft angeblich von nichts. Auch wenn es nach außen viel Theaterdonner gibt und auch einige Differenzen - die Bundesregierung, der BRD-Imperialismus, ist mit der Erdogan-Diktatur über viele Kanäle wirtschaftlich, politisch und militärisch eng verbunden. Hunderttausende Opfer hat der Krieg in Syrien schon gefordert. Die Rüstungsindustie profitiert.