Pfingstjugendtreffen

18. Internationales Pfingstjugendtreffen eröffnet: 1.000(0) Stimmen für die Zukunft

Um 14 Uhr eröffneten Wanja Lange und Chi Chi Luong vom Zentralen Koordinierungsausschuss auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen das diesjährige 18. Internationale Pfingstjugendtreffen.

Von Matthias Sauter, Jörg Weidemann und Korrespondenten
18. Internationales Pfingstjugendtreffen eröffnet: 1.000(0) Stimmen für die Zukunft
Über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren bei der Zukunftsdemo in Essen (rf-foto)

Sie stellten die Highlights des Programms und die Schirmherren der Pfingstjugendtreffens vor: Max Herre von der Band Freundeskreis, die Liedermacher Konstantin Wecker und Heinz Ratz, die MLPD-Vorsitzende Gabi Gärtner, Gewerkschaftssekretär Veit Wilhelmy aus Wiesbaden, Khadija Barakat von Silava e.V., die türkisch-kurdische Gruppe Umuda Haykiris und die Düsseldorfer Hardrock-Band ATOA. Den kulturellen Auftakt auf der Hauptbühne gestaltete die Gelsenkirchener Tanzgruppe "Open your eyes".

 

1.000 Stimmen für die Zukunft

 

Über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer - darunter viele Jugendliche und Kinder - waren zuvor schon bei der Zukunftsdemo in Essen. Diese Demonstration steht traditionell am Anfang des Pfingstjugendtreffen. Sie war geprägt von den zentralen Fragen der Zukunft der Jugend: Frieden, internationale Solidarität, Bildung, Ausbildung und Arbeit, eine intakte Umwelt und Gesundheit, eine Zukunft ohne Ausbeutung und Unterdrückung im Sozialismus - das waren die Themen auf den vielfältigen Schildern, Transparenten und Plakaten. Und die Themen der kurzen Redebeiträge der Auftakt-, Zwischen und Abschlusskundgebung.

 

Aktuell im Zentrum stand die Solidarität gegen die immer unverfrorenere Abschiebepolitik der Bundesregierung. Jubel und Stolz herrschte über die in dieser Woche erkämpfte Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan. Viele der Anwesenden, darunter der REBELL - Jugendverband der MLPD -, haben großen Anteil an der Protestbewegung. Mit Hallo wurden die Nürnberger Rebellen begrüßt. Lisa Gärtner von der MLPD gratulierte ihnen unter großem Jubel. Sie berichteten aus erster Hand von den Ereignissen diese Woche, als in Nürnberg ein afghanischer Jugendlicher aus dem Unterricht in der Berufsschule heraus verhaftet wurde, um abgeschoben zu werden. Seine Mitschüler stellten sich dem mit Mut entschieden entgegen und blockierten die Abfahrt der Polizeifahrzeuge. Es folgte ein brutaler Polizeieinsatz (mehr dazu). Empörung brandete auf, als bekannt wurde, dass immer noch einer der protestierenden Schüler in Haft ist.

 

Der Sozialismus ist der wissenschaftlich fundierte Weg zum alten Menschheitstraum von einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft.

Lisa Gärtner von der MLPD

 

Die Vielfalt des Pfingstjugendtreffens spiegelte sich auch bei den Rednern aus vielen Ländern und Spektren wieder: Über die maroden Schulen in Münster berichtete empört José, Vertreter der dortigen Bezirksschülervertretung: "Seit Jahren hab ich in der Aula unserer Schule Angst, dass uns buchstäblich die Decke auf den Kopf fällt." Leon und Elsa, Rebellen aus Gelsenkirchen, erzählten vom Kampf gegen die drohende Abschiebung von acht ihrer Mitglieder. Lisa Gärtner sprach über die notwendigen revolutionären Veränderungen: "Die Klasse der Trumps und Winterkorns muss abtreten. Der Sozialismus ist der wissenschaftlich fundierte Weg zum alten Menschheitstraum von einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft."

Kämpferische Ballszenen beim Fußballturnier
Kämpferische Ballszenen beim Fußballturnier

Im Blickpunkt: Weitere Highlights des Pfingstjugendtreffens

  • Jugendbildungsveranstaltung mit Stefan Engel zum Thema "Das imperialistische Weltsystem nimmt Kurs auf Krieg und Reaktion" (Samstag, 16.30 Uhr)
  • Open-Air-Konzert "Fest der internationalen Solidarität" (Samstag, 19.30 Uhr)
  • Podiumsdiskussion "Zwischenbilanz und Perspektiven des Internationalistischen Bündnisses" (Sonntag, 11 Uhr)
  • Spiele ohne Grenzen (Sonntag, 15 Uhr)
  • Open-Air-Konzert "Rebellisch gegen Krieg und Faschismus - aktiv für den Weltfrieden" (Sonntag, 20 Uhr)

Breites Spektrum an Teilnehmern

 

Weiter sprachen Christian Link, Bergmann und Umweltschützer, Katharina und Markus, beide Betriebsräte von thyssenkrupp aus Duisburg, Genossen der Marxistisch-Leninistischen Gruppe Schweiz, philippinische Freunde der NDFP, Vertreter des niederländischen Jugendverbands JES und Kenji vom Jugendverband Anakbayan Europe, ein Revolutionär aus Lateinamerika, Deepa und Shamla für den Frauenverband Courage, Waltraud und Axel von der Hilfsorganisation Solidarität International, Rezaiee und Hussein für die Flüchtlingshilfe Aufschrei Afghanistan, Christian Lenz für das Linke Forum Radevormwald, Jonas von den Falken aus Lingen und Apochil von der kurdischen Organisation Ciwanen Azad. Julia, Vertreterin von AKAB aus Bonn, lud engagiert zum Protestcamp gegen den Weltklimagipfel im Herbst in Bonn ein.

 

Anschließend demonstrierten alle eine Stunde lang durch die belebte Essener Innenstadt. Auf dem Demozug zu sehen waren auch Fahnen der Umweltgewerkschaft, der IG Metall oder von ver.di. Stark vertreten die Neue Demokratische Jugend (YDG). Die Arbeiterplattform des Internationalistischen Bündnisses forderte auf einem Transparent: "Festanstellung für alle Leiharbeiter!" Die Rojava-Solidarität war präsent, ebenso Montagsdemonstranten verschiedener Städte, Kommunalwahlbündnisse aus dem Ruhrgebiet. Mit Sonderbahnen der Verkehrsgesellschaft EVAG ging es dann nach Gelsenkirchen zur Trabrennbahn, wo man pünktlich zur Eröffnung um 14 Uhr eintraf.

 

Sieben "Treffpunkte" auf der Trabrennbahn

 

Nach der Eröffnung ging es weiter mit vielfältigsten Aktivitäten, bei denen für jede und jeden etwas dabei ist: von der Kulturbühne mit Bands und Künstlern verschiedenster Musikrichtungen über eine Hüpfburg, erste Gesprächsrunden bis zur großen Kinderrallye. Der große Platz der Trabrennbahn ist in sieben Treffpunkte unterteilt: Mädchen- und Frauenpower, Arbeit und Bildung, Bergarbeitertreff Hugo Hauer, Zukunftsvisionen für eine befreite Gesellschaft, Jugendplattform des Internationalistischen Bündnisses, Umwelt und Internationale Solidarität.

 

Überall fröhliche Gesichter und leuchtende Augen, köstliche Düfte wehen über den Platz. Zahlreiche Essensstände mit Spezialitäten aus den verschiedenen Regionen Deutschlands, aber auch der internationalen Küche, laden zum Essen ein. 14 Mannschaften wetteifern beim Fußballturnier auf vier Spielfeldern um den Sieg. Sie haben so einfallsreiche Namen wie FC Fallafel aus Gelsenkirchen, Biji München und FC Frieden aus Essen. Ein kurzer Regenguss schweißte die Besucher nur noch enger zusammen - kurzerhand wurde die Stände geschützt und alle rückten in den Zelten zusammen. Wenig später war die Sonne wieder da und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer strömten weiter über den Platz.

 

Heute geht es noch weiter unter anderem mit der Jugendbildungsveranstaltung mit Stefan Engel zum Thema "Das imperialistische Weltsystem nimmt Kurs auf Krieg und Reaktion" ab 16. 30 Uhr und das Open-Air-Konzert "Fest der internationalen Solidarität" ab 19.30 Uhr auf der Hauptbühne. Die 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftsdemo sind schon längst getoppt und werden im Laufe des Wochenendes noch weiter wachsen. Kurzentschlossene sind herzlich eingeladen, noch zur Trabrennbahn in Gelsenkirchen zu kommen.