Vor 50 Jahren

Ermordung Benno Ohnesorgs

Der Berlin-Besuch des Schahs von Persien stieß im Juni 1967 auf berechtigten Protest:

Gestützt auf die USA und auch mit deutschen Waffen unterdrückte er das iranische Volk, seitdem 1953 mit Hilfe des US-Geheimdienstes CIA der auch von der Kommunistischen Partei des Iran unterstützte fortschrittliche Ministerpräsident Mossadegh gestürzt worden war. Für den 2. Juni, an dem der Schah die Berliner Oper besuchte, hatte der Sozialistische Studentenverband (SDS) zu einer Demonstration aufgerufen.

 

Demonstranten wurden mit Dachlatten angegriffen.

 

Mehrere Tausend erinnerten mit Sprechchören an den im März desselben Jahres verstorbenen Mossadegh und sahen sich plötzlich von Prügelattacken iranischer Geheimdienstleute bedroht, die unter den Augen der deutschen Polizei und mit ihrer Hilfe mit Schlagringen und Dachlatten auf sie einstürmten.

Der Student Benno Ohnesorg, der einem Opfer der Polizeigewalt zu Hilfe eilen wollte, wurde in einem Hinterhof zusammengeschlagen und anschließend von hinten erschossen – der Täter war der Polizist Karl-Heinz Kurras.

Vor Gericht wurde Kurras später freigesprochen und ihm wurde „Notwehr“ bescheinigt. 2009 wurde bekannt, dass er sich aus Geldgier in den 1950er Jahren als Stasispitzel in der Berliner Polizei hatte anwerben lassen. Wegen illegalem Waffenbesitz wurde Kurras nach seiner Pensionierung wiederholt verurteilt – für den brutalen Mord an Ohnesorg ist er bis zu seinem Tod 2015 nicht zur Rechenschaft gezogen worden.

 

Täter Kurras wurde bis zu seinem Tod nicht bestraft

 

Die Bluttat löste 1967 erheblichen Widerstand aus und warf ein grelles Licht auf den wahren Charakter des imperialistischen Staates, der zu dieser Zeit die gegen die Volksmassen gerichteten Notstandsgesetze zur Unterdrückung innerer Unruhen vorbereitete.

 

(Zu weiteren Hintergründen siehe ROTE FAHNE 22/2007, S. 26-27)