Rüsselsheim

Rüsselsheimer Opelaner streiken für zwei Stunden: "Hoch die internationale Solidarität"

Heute standen in Rüsselsheim für zwei Stunden die Bänder. Abschaltung der Linie war um 11.45 Uhr. Die Spätschicht begann etwas später.

Rüsselsheimer Opelaner streiken für zwei Stunden: "Hoch die internationale Solidarität"
S-Bahn-Station vor dem Rüsselsheimer Opel-Werk (foto: Jivee Blau)

 

Der Betriebsrat hatte zu einer Informationsveranstaltung auf dem Werksgelände gerufen. Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Werk reagierten sofort und organisierten einen Demonstrationszug. Als sie mit ihren IG-Metall-Fahnen und Trommeln aus dem Portal 60 kamen, begrüßte der vorderste Teil der Demo die Kameraleute mit "Hoch die internationale Solidarität"-Rufen.

 

Viele Kollegen hatten auf Aktionen regelrecht gewartet. Aus der Lehrwerkstatt kam ein weiterer bunter Demozug. Kolleginnen und Kollegen vieler Fachbereiche fluteten über das Portal 20. Die Rede des stellvertretenden Betriebsrats-Vorsitzenden Uwe Baum wurde von Beifall begleitet, als er auf die Stärke der Belegschaft und die vielen Teilnehmer an der Infoveranstaltung hinwies. Während er besonders die Verhandlungsbegleitung ins Zentrum rückte, sprach der Leiter der gewerkschaftlichen Vertrauensleute, Bernd Liebe, auf der aufgebauten Bühne zu den schon lange in praller Sonne ausharrenden Kollegen: "Wir wollen ja zu PSA. Aber ich denke, diese Aktion hier ist auch wichtig, um zu zeigen, dass nicht nur verhandelt werden muss, sondern wir hier so eine Aktion auch ausweiten können."

 

Insbesondere der zweite Teil seiner Aussage war der Grund, warum viele Kolleginnen und Kollegen gekommen waren. Es gibt eine ganze Latte an Rechnungen, die sie noch offen haben. Und das Gefühl macht sich breit, dass die Entwicklung in der Autoindustrie ernste Folgen haben wird. Neben der Forderung des Betriebsrats nach Unterschrift von PSA-Chef Carlos Tavares unter die bestehenden Tarifverträge war das sicher mit ein Grund, warum die Beschäftigten sich zahlreich beteiligten.

 

Es zeigt sich, dass die Rechnung der Betriebsratsspitze nicht aufging, zusammen mit GM und PSA einvernehmliche Lösungen zu finden. Die Belegschaft tut gut daran, sich nicht an deren Vorschlag zu halten und noch weitere drei Wochen ins Land ziehen zu lassen. Die internationale Solidarität, der Zusammenschluss der Opel/PSA-Kollegen im Kampf um jeden Arbeitsplatz ist der richtige Weg!