Recklinghausen

Selbständige Arbeitsniederlegungen bei Ball

Im März verkündete der US-Weltkonzern Ball, die Getränkedosenfertigung am Standort Recklinghausen mit 360 Beschäftigten zum 31. Juli zu schließen.

Hintergrund ist eine Neuordnung und direkte Absprache der führenden europäischen Monopole zur Aufteilung des deutschen Getränkedosenmarkts. „Für ihren Maximalprofit sollen wir jetzt auf die Straße geschmissen werden? Nicht mit uns!“, ist einhellige Meinung und es entfaltete sich auch eine breite Kapitalismus-Kritik daran.

 

 

Masseneintritte in die IG Metall, Sammlung von ca. 17.000 Protestunterschriften, Belegschafts-Teilnahme am 1. Mai und kleinere Protestaktionen bringen den Willen zum Kampf der Belegschaft zum Ausdruck. Mehrfach war versucht worden, mit geschickten Verhandlungen mit Hilfe von Rechtsanwälten und dem Wirtschaftswissenschaftler Prof. Bontrup sowie „logischen“ Argumenten, an das „soziale Gewissen“ der Geschäftsführung und eine angebliche „Sozialpartnerschaft im Kapitalismus“ zu appellieren.

 

Jetzt müssen härtere Bandagen angezogen werden.

Kolleginnen und Kollegen bei Ball

 

Jetzt müssen härtere Bandagen angezogen werden“, ist eine gewachsene Stimmung. Seit letzten Freitag legten alle fünf Schichtbelegschaften des Deckelwerks jeweils für mehrere Stunden für eine Betriebsrats-Info die Arbeit nieder. Stolz sind sie über diese selbst in die Hand genommene Initiative - auch, weil nun Hektik in der Geschäftsführung losging - und es wohl doch nicht so egal ist, wie immer dargestellt, ob noch produziert wird oder nicht.

 

Hektik bei der Geschäftsführung setzt ein

 

„Nadelstiche, die bei denen schon mehr bewirkten als die Verhandlungen, das sollten wir doch ausbauen“, so ein Kollege. Dafür braucht die Ball-Belegschaft die Solidarität und Unterstützung. Kontakt an den Betriebsrat unter manfred.stuchlik@ball.com, weitere Infos unter www.wir-bleiben-am-ball.de. (Hinweis der Redaktion: Bitte auch immer eine Kopie an rf-news weiterleiten!)