Neukirchen-Vluyn

Terrorhysterie am Niederrhein

„Terrorverdacht am Niederrhein“ - „Ist es ein Netzwerk?“ solche Schlagzeilen beherrschten in den letzten Tagen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen die Schlagzeilen der Lokalpresse in Neukirchen-Vluyn.

Terrorhysterie am Niederrhein
Der "Tatort": Zechenkolonie in Neukirchen-Vluyn

Was für ein Zufall! Statt der Zukunft der Stahlarbeiter oder dem Giftmüll unter Tage haben SPD und CDU die „Sicherheitsfrage“ zum wahlentscheidenden Thema gemacht. Die Razzia am Niederrhein kam dabei wie gerufen. Gesicherte Fakten gab und gibt es nach wie vor nicht – doch es soll hängen bleiben: Nirgendwo ist man mehr sicher in Deutschland.

 

Razzia in Neukirchen-Vluyn

 

In der Alten Kolonie der Zeche Niederberg wurden bei einer Fahndung nach Einbruchdiebstählen laut Aussagen der Polizei in einer Garage sprengstofffähige Chemikalien gefunden. Die Garage wird unter den Augen der Nachbarn von gut bekannten Jugendlichen für ihre Mopedreparaturen usw. benutzt. Entsprechend groß war die Verwunderung als an einem Mittwochabend im Mai die gesamte Straße durch einem Großaufmarsch von Polizei und Sondereinsatzkräften gesperrt und den Anwohnern verboten wurde, an die Fenster zu gehen. Und noch drei Tage danach war die KTU demonstrativ zur „Spurensicherung“ vor Ort.

 

Verschwörungstheorien schießen in Kraut

 

 

Bei Fahndungen wurden weitere Wohnungen in Neukirchen-Vluyn und Kamp Lintfort durchsucht. Noch sind keinerlei Erkenntnisse über Hintergründe und Zusammenhänge bekannt, doch die Verschwörungstheorien schießen ins Kraut. Auch wenn die Kumpel darauf nicht so einfach hereinfallen, wird der feste Zusammenhalt in der Kolonie durch Überlegungen wie „Man kann halt keinem hinter den Kopf schauen“ auf die Probe gestellt. Den Großeinsatz halten die meisten dabei für überzogen. Ist es ein Zufall, dass die Garage direkt an dem Weddigen-Platz liegt, wo am 1. Juli NV AUF geht's das Fest zum 100 jährigen Bestehen der Alten Kolonie feiert?