München

Proteste gegen Polizeieinsatz in Nürnberg

In vielen Städten Bayerns gab es gegen Abschiebemaßnahmen und den Polizeieinsatz in Nürnberg Proteste. In München beteiligten sich an einer spontan angesetzten Kundgebung und Demo anwachsend an die 400 Teilnehmende.

Proteste gegen Polizeieinsatz in Nürnberg
Jugendverband REBELL auf der Demo in München (rf-foto)

Stefan Dünnwald vom Bayerischen Flüchtlingsrat berichtete, dass der junge Mann aus Nürnberg, der aus der Berufsschule in Nürnberg unter Polizeigewalt entführt wurde, nun in Zirndorf sitzt, Es sei zu befürchten, dass man ihm Widerstand vorwirft und damit einen Grund strickt, ihn als „Straftäter“ abzuschieben. Viele der zwanzig Inhaftierten in Mühldorf wurden jedoch inzwischen freigelassen, aufgrund des Beschlusses des vor Ort zuständigen Verwaltungsgerichtes. Das ist ein Fortschritt und eine gute Nachricht.

 

In Nürnberg war die Empörung groß und es gab auch am Abend nochmals Proteste. Genauso in Bamberg, Augsburg und Memmingen; dort wegen der Festnahme eines Flüchtlings, eine Demo mit immerhin 200 Beteiligten. Internationalistisches Bündnis, MLPD und REBELL waren auf der Demo in München vertreten. Marion Schmidt vom Vorstand des Internationalistischen Bündnisses verlas einen Brief an den Münchner Oberbürgermeister und Stadtrat, dieser hatte sich ja im April gegen Abschiebung ausgesprochen.

 

"Den Worten müssen Taten folgen", war der Tenor des Briefes, abstimmen allein reicht nicht. Dem Brief dokumentierten die Anwesenden mit Applaus ihre Zustimmung. Berührend war der Redebeitrag eines Münchner Rebellen, der sagte: „Wir sind hier in Deutschland, aber unser Herz ist in unserem Land Afghanistan. Dort weinen die Mütter über den Tod ihrer Kinder, wer einen Bruder, einen Mann, einen Freund verloren hat, der weint. Wir weinen auch. Wer trauert hier? Wieder sind wir von Abschiebung bedroht. Ich bin im REBELL, weil wir gemeinsam für eine bessere Zukunft kämpfen, hier in Deutschland und auch in Afghanistan.“

Ich bin im REBELL, weil wir gemeinsam für eine bessere Zukunft kämpfen, hier in Deutschland und auch in Afghanistan.

Ein Münchener Rebell

Der Protest der Nürnberger Schüler wurde mit großem Respekt bedacht. Hier entfacht sich unter der Jugend ein entschlossener Wille zum aktiven Widerstand. REBELL und Internationalistisches Bündnis müssen hier zum organisierenden Rückgrat werden.

 

Wie übereinstimmende Medien vor Redaktionsschluss berichten, hat sich der mutige Einsatz der Mitschülerinnen und Mitschüler für den jungen Flüchtling, der gestern in Nürnberg verhaftet wurde, gelohnt: Er sitzt nicht in Abschiebehaft. Diese wurde vom örtlichen Amtsgericht abgelehnt. Der junge Flüchtling wurde von 25 Mitschülerinnen und Mitschülern nach seiner Freilassung erwartet.