Gammertingen

Protest gegen Abschiebungen

Am Abend des 30. Mai haben etwa 70 bis 80 Menschen in der Kleinstadt Gammertingen (Baden-Württemberg) an einer Kundgebung gegen die sechste Sammelabschiebung nach Afghanistan teilgenommen.

Unter ihnen waren viele Flüchtlinge, von denen einige selbst von Abschiebung bedroht sind.

 

Initiiert wurde die Protestaktion vom Verein „Lebenshaus Schwäbische Alb“, der sich unter anderem für die Rechte von Geflüchteten einsetzt. Auch einige Mitglieder der Wählerinitiative Zollernalb des Internationalistischen Bündnisses und ihre Direktkandidatin Renate Schmidt traten gut sichtbar mit verschiedenen Plakaten auf.

 

Die Stimmung war gekennzeichnet von der Empörung über die Menschenverachtung der Bundesregierung, die die für den 31. Mai geplante Sammelabschiebung wegen des Terroranschlags in Kabul mit 80 Toten gerade mal einen Tag aussetzt, und betont, man müsse konsequent an den Abschiebungen ins angeblich sichere Afghanistan festhalten.

 

Gammertinger und Flüchtlinge demonstrierten

 

Ein Redebeitrag stellte heraus, dass die grün-schwarze Landesregierung trotz breiter Kritik bisher jede Sammelabschiebung mitorganisiert hat und dies auch weiter tun will.

 

Afghanistan: Verfolgung, Mord etc.

 

Afghanische Flüchtlinge haben einen Beitrag vorbereitet, der konkret darlegt, was ihnen in ihrer Heimat droht: Verfolgung, Mord, Erpressung oder Zwangsrekrutierung durch die Taliban, aber auch durch Militär und Polizei sind für abgeschobene Flüchtlinge eine ständig akute Gefahr. Abgesehen davon sind sie allgemein völlig perspektivlos, haben keine Chancen auf Jobs und sind oft völlig entwurzelt. Die Flüchtlinge endeten mit: „Wir können nicht zurück und wir gehen nicht zurück“.

 

Zwischen den Beiträgen spielte ein Teilnehmer afghanische Gitarrenmusik. Am Ende wurde eine Petition gegen Abschiebungen von vielen Teilnehmern unterzeichnet.