Duisburg

Demo für die Rückkehr von Bivsi

Eine nepalesische Familie, die seit über 20 Jahren in Duisburg im Dauerzustand des Asylsantrags lebt, und ihre in Deutschland geborene 14-jährige Tochter wurden kürzlich in einer Nacht- und Nebelaktion nach Nepal abgeschoben.

Demo für die Rückkehr von Bivsi
Demonstration gegen die skandalöse Abschiebung von Bivsi und ihrer Familie (rf-foto)

Mit zehn Mann und mehreren Einsatzwagen klingelte das Ordnungsamt bei den Nachbarn der Familie und verschaffte sich dann Zugang zur Wohnung der Familie. Zeitgleich wurde der Direktor des Gymnasiums telefonisch angewiesen, die 14-jährige Bivsi aus dem Unterricht zu holen. Auch dort kreuzte kurze Zeit später das Ordnungsamt in Kampfstärke auf.

 

Anschließend deportierten sie die Familie wie Schwerverbrecher nach Frankfurt am Main und setzten sie dort in ein Flugzeug nach Nepal. Die Schüler waren geschockt, aber auch wütend und forderten die sofortige Rückkehr von Bivsi.

 

Gestern nun fand eine große Demonstration mit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern - vor allem aus den Duisburger Schulen - statt, die zum Protest vor das Rathaus zogen. MLPD und REBELL beteiligten sich daran.

 

Oberbürgermeister Sören Link, auch Chef der zuständigen Ausländerbehörde, nahm Stellung: Die Abschiebung wäre zwar rechtens, jedoch nicht richtig. Er würde sich für die Rückkehr der Familie einsetzen. Link stieß aber auf erheblichen Widerspruch unter den Teilnehmern.


Die unmittelbar anschließende Montagsdemo auf der in der Nähe befindliche Königstraße wurde so zum Forum einer grundsätzlichen Auseinandersetzung. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demo, wie auch die zahlreich angereiste Verwandschaft der Familie blieben stehen und diskutierten mit, so dass zeitweise 80 bis 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Montagsdemo waren. Redner kritisierten die Praxis der Ausländerbehörde und der Rechtsdezernentin der Stadt als unmenschlich.

 

Es war klar, nur ein breiter Massenprotest kann die reaktionäre Abschiebepraxis stoppen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, eine Petition an den Bundestag für die Rückkehr der Familie zu unterzeichnen, die schon von 35.000 Menschen unterstützt wird: https://www.openpetition.de/petition/online/bivsi-und-ihre-eltern-sollen-wieder-zurueck-nach-deutschland