Südafrika

Frauen von Sebokeng blockieren die Straßen

Von einer Reise durch Südafrika berichtet eine Korrespondentin.

Frauen von Sebokeng blockieren die Straßen
Frauenpower: Die Frauen von Sebokeng organisieren den Widerstand (rf-foto)

Südafrika (Korrespondenz): Wir erreichen das Industriegebiet Vaal, 60 Kilometer südlich von Johannesburg. Hier stehen ein Hochofen- und Stahlwerk des luxemburgisch-indischen Übermonopols ArcelorMittal. Für uns als Ruhrgebietler sind große Betriebe nichts Neues, aber so eine gewaltige Anlage haben wir alle noch nicht gesehen.

 

Von hier aus wird ganz Afrika mit Stahlprodukten beliefert. Nicht weit davon: ein riesiges Werk des südafrikanischen Chemiemultis Sasol. Um die Ecke liegt das Township Sebokeng. Dort gibt es in weiten Teilen seit drei Wochen keinen Strom.

 

Keine Heizung, kein Licht

 

Um 17.30 Uhr ist es bereits stockdunkel, dazu Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die Familien ohne Heizung, ohne Licht, ohne Möglichkeit zu kochen oder zu waschen... . Man kann im Supermarkt warmes Essen kaufen, aber dafür fehlt vielen das Geld. Hier herrschen 60 bis 70 Prozent Arbeitslosigkeit.

 

Frauen blockieren die Straßen

 

Besonders den Frauen ist schon lange der Kragen geplatzt. Fast täglich blockieren sie die Straßen mit großen Steinen, mit brennendem Müll. Nebenan industrielle Produktion auf dem höchsten Stand der Technik, hier noch nicht mal elektrisches Licht, dafür Mangelernährung und Krankheiten durch die hohe Luftverschmutzung.

 

Denn eine effektive Säuberung ihrer Abgase sparen sich die Betriebe hier im "Dirty Triangle" (dreckiges Dreieck). In ganz Südafrika wächst der Widerstand gegen diese Zustände.