Atomkraft

NRW verkauft Beteiligung an Tihange und Doel

Jetzt ist es amtlich: Das Land Nordrhein-Westfalen hat seine indirekte Beteiligung an den umstrittenen belgischen Atomkraftwerken Tihange und Doel verkauft.

NRW verkauft Beteiligung an Tihange und Doel
Das Kernkraftwerk Tihange (foto: Hullie / CC BY-Sa 3.0)

Duisburg (Korrespondenz): Über seinen Pensionsfonds war Nordrhein-Westfalen an dem Betreiberkonzern der grenznahen belgischen "Bröckel-Reaktoren" selbst beteiligt. Am 13. Juni verkaufte die Landesregierung jetzt fluchtartig ihre Anteile von über 20 Millionen Euro, nachdem der WDR diesen Skandal aufgedeckt hatte.

 

Doel und Tihange seit langem unsicher

 

Experten halten die Anlagen in Doel und Tihange seit langem für unsicher. Erst vor wenigen Tagen waren in der rund 65 Kilometer von Aachen entfernten Anlage in Tihange Hunderte weiterer Mikrorisse entdeckt worden. Auch CDU und FDP, die voraussichtlich die nächste Regierung in NRW bilden, hatten ein Ende der Beteiligung gefordert.

 

Wenn NRW jetzt seine Beteiligungen verkauft, ist das ein Zugeständnis an die seit langen anhaltenden Proteste gegen die gefährlichen Meiler. Andererseits bedeutet dies keine Kursänderung, da aus Deutschland mit Regierungsgenehmigung nach wie vor Brennelemente für die beiden Kernkraftwerke geliefert werden.