Klartext

Andrew Schlüter

Andrew Schlüter spricht Klartext

„Der Dicke“ ist tot – welch ein Schauspiel

Dass verstorbene bürgerliche Politiker über den grünen Klee gelobt werden, ist weithin bekannt. Wie viel Dreck sie am Stecken haben, ist dabei unerheblich. Was jetzt aber nach dem Tod von Helmut Kohl an Legenden konstruiert wird, bricht alle Rekorde. Es ist deshalb nicht pietätlos, sondern vollkommen angemessen, sich kritisch mit seiner Politik auseinanderzusetzen.

 

Zur Erinnerung: Kohls Abgang von der politischen Bühne verlief ja mit Bravur. Aufdeckung von schwarzen Koffern und Schmiergeldern für illegale Parteispenden. Kohl prägte den Satz vor Gericht, „daran kann ich mich nicht erinnern“. Er wird bis heute gerne von Politikern und Bänkern verwendet, wenn ihnen kriminelle Machenschaften ansatzweise nachzuweisen sind. Also, gute „deutsche Leitkultur“ à la Helmut Kohl.

 

Nicht Kohl, sondern eine demokratische Volksbewegung erkämpfte die Einheit Deutschlands. Helmut Kohl steht dagegen vor allem für die damit verbundene Einverleibung der DDR durch das westdeutsche Monopolkapital; er verantwortet maßgeblich die Einführung eines Niedriglohnsektors in den neuen Bundesländern, was bis heute aufrechterhalten wird. In den ersten zehn Jahren nach der Wiedervereinigung wurden 2,4 Millionen der 3 Millionen Industriearbeitsplätze der DDR vernichtet.

Rote Fahne 13/17

Dieser Artikel erschien in der Printausgabe 13/17 der Roten Fahne

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Gestorben ist ein eiskalter, strikt antikommunistischer Machtpolitiker Andrew Schlüter, Landesvorsitzender der MLPD Ost

Kohl verfolgte den Aufstieg des neudeutschen Imperialismus im Bündnis mit den anderen EU-Imperialisten. Gestorben ist ein eiskalter, strikt antikommunistischer Machtpolitiker!

 

Jetzt wollen die Herrschenden in der EU zum ersten Mal in der Geschichte einen europäischen Staatsakt zelebrieren. Ausgerechnet für den „Dicken“, wie Kohl am Ende seiner Amtszeit von immer mehr Menschen spöttisch genannt wurde.

 

„Der Dicke muss weg!“ Diese Forderung der Bergleute, die 1997 zu Zehntausenden im Ruhrgebiet streikten, ging in die Geschichte ein. Und tatsächlich läuteten diese Kämpfe vor genau 20 Jahren das Ende der Kohl-Ära ein.

 

Anhand von Kohls „Lebensleistungen“ wollen die Herrschenden vor allem zwei Projekte feiern und in ein besseres Licht rücken: Zum einen die EU, an deren imperialistischer Ausrichtung im Interesse der BRD-Monopole Helmut Kohl fleißig mitgewirkt hat. Zum anderen die künftige Wunschregierung der Monopole aus CDU und FDP. Aber die jetzt dargestellte Glanzzeit schwarz-gelber Politik ist ebenso eine Fata Morgana wie Kohls berüchtigte „blühende Landschaften“ in Ostdeutschland.

 

Welch ein Schauspiel! Rebellion gegen die EU ist ebenso gerechtfertigt wie gegen Schwarz-Gelb – das ist aktueller denn je!

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