Portugal

Gewaltige Feuerstürme fordern 61 Tote

Derzeit wüten riesige Waldbrände in Portugal.

Von Rainer Vomhof (aus Portugal)
Gewaltige Feuerstürme fordern 61 Tote
Waldbrand in Portugal (rf-foto)

Angeblich durch einen Blitzschlag ausgelöst, entwickelten sich die Brände zu riesigen Feuerwalzen, die eine Gefahr für jedes Lebewesen in der Region darstellen. Dazu schreibt unser Korrespondent aus Portugal:

Es sind auch Löschflugzeuge - wie dieses hier bei einem Einsatz in Griechenland im Einsatz (foto: יחידה אווירית משטרת ישראל (CC BY-SA 3.0 nicht portiert))
Es sind auch Löschflugzeuge - wie dieses hier bei einem Einsatz in Griechenland im Einsatz (foto: יחידה אווירית משטרת ישראל (CC BY-SA 3.0 nicht portiert))

In Kürze

  • An vier Fronten ist das Feuer noch nicht unter Kontrolle.
  • 2.150 Feuerwehrleute sind im Einsatz.
  • 61 Menschen sind tot; 150 Menschen ohne Bleibe
  • Fünf von 27 betroffenen Dörfern mussten evakuiert werden.

„Gewaltige Feuerstürme in Zentral-Portugal: 61 Tote und eben so viele Verletzte hat die Brandkatastrophe seit Samstagnachmittag bisher gefordert, und noch sind die Feuer an vier Fronten nicht unter Kontrolle.

 

2.150 Feuerwehrleute sind im Einsatz

 

2.150 Feuerwehrleute sind im Einsatz, teils aus Spanien zur Hilfe geeilt. Dutzende Häuser sind abgebrannt, 150 Familien haben keine Bleibe mehr. Von 27 betroffenen Dörfern im Destrikt Leiria mussten fünf evakuiert werden.

 

Menschen verbrannten in ihrem Auto

 

Auf den Landstraßen und sogar innerhalb der Dörfer sind ausgebrannte Autowracks ineinander verkeilt. Die Menschen versuchten, vor dem Feuer zu fliehen, doch Rauch versperrte jede Sicht. Plötzlich sahen sie sich von vier Seiten her von Flammen umringt. 16 Personen schafften es nicht mehr, die Autos zu verlassen. Sie erstickten und verbrannten im Fahrzeug. Die anderen Opfer ereilte das gleiche Schicksal innerhalb der Häuser.

 

Man hat keine Zeit zu denken, so schnell schlägt das Feuer hoch.

Betroffene Frau vor Ort

 

Eine Frau klagt: ‚Man sieht es brennen, aber man hat keine Zeit zu denken, so schnell schlägt das Feuer hoch.‘ Unter den Bedingungen extremer Temperaturen und längerer Trockenheit steigt die Brandgefahr in jedem Jahr. Durch den Umschwung in eine internationale Klimakatastrophe wird es immer schwieriger, die Brände unter Kontrolle zu bringen.

 

Brandursache Eukalyptus

 

Entscheidend für diese Katastrophe ist die Tatsache der ständig ausgedehnten Aufforstung durch Eukalyptus-Wälder für die Profite der Zellulose-Industrie. Von den 3 Millionen Hektar Waldgebieten in Portugal bestehen inzwischen 1 Millionen Hektar aus Eukalyptus-Wald. 2008 waren es “nur” 700.000 Hektar. Der Eukalyptus wächst schnell, trocknet den Boden aus, hindert andere Bäume am Wachstum und ist selbst hochentzündlich. Umweltschützer in Portugal kritisieren schon länger diese Zerstörung der natürlichen Bewaldung. Der gegenwärtigen Regierung liegt ein Vorschlag vor, die Ausbreitung des Eukalyptus zu begrenzen. Jedoch läuft die Papier-Industrie - wie z.B. Portucell - Sturm dagegen. Die portugiesische Wirtschaft würde dadurch geschädigt.“

 

Skrupellose Spekulanten fackeln jedes Jahr Wald ab

 

Ein weitere Grund sind die illegalen Brandrodungen von teils Jahrhunderte alten Waldgebieten durch skrupellose Spekulanten. Sie vernichten den Wald - im vollen Bewusstsein der Gefahr für die natürliche Umwelt und die Wichtigkeit der Wälder für das Klima – aus Gier nach Maximalprofiten.

Die MLPD erklärt sich solidarisch mit den Betroffenen vor Ort und spricht den Familien der Opfer ihr tiefstes Mitgefühl aus. Die Verantwortlichen für diese Katastrophe müssen zur Rechenschaft gezogen werden und mit ihrem Kapital für die Schäden haften.