Fürth

Krankenhausbeschäftigte gingen auf die Straße

Am vergangenen Samstag demonstrierten in vielen Städten Bayerns Krankenhausbeschäftigte gegen die bestehenden Arbeitsbedingungen und für mehr Personal.

Krankenhausbeschäftigte gingen auf die Straße
Die Demonstration in Fürth (rf-foto)

Fürth (Korrespondenz):  Die Demonstrationen fanden unter anderem in Fürth, Bamberg, Regensburg und weiteren Städten statt. Die Demonstrantinnen und Demonstranten wollen ein Signal für die Konferenz der Gesundheitsminister der Länder setzen, die kommende Woche vom 22. bis 23. Juni in Bremen stattfindet.

 

Demozug ging in die Innenstadt

 

Vom Fürther Klinikum ging der Demozug in die Innenstadt und mehrere Redner berichteten von der schwierigen Arbeitssituation in den Krankenhäusern. Eine Krankenschwester im dritten Lehrjahr berichtete sehr anschaulich, wie ihr Alltag aussieht: Seit einem Jahr hatte sie keine Praxisanleitung auf Station. Wie sollen sie dann eine gute Prüfung schaffen? Sie werden ständig als Lückenfüller hergenommen. Die Personaldecke ist so ausgedünnt, dass es immer wieder zu Engpässen kommt. Das geht auch zulasten der Patienten. Diese sind oft nicht mehr ausreichend versorgt. Letzte Woche war sie selbst für 15 Patienten zuständig und fühlte sich völlig überfordert. Dass viele Auszubildende vorzeitig das Handtuch schmeißen, versteht sie inzwischen. Der Personalschlüssel in Deutschland liegt mit 13 Patienten auf eine Krankenschwester im untersten Bereich der europäischen Skala. Und das in einem der reichsten Länder Europas. Die MLPD unterstützt die Forderungen der Protestierenden und war auch aktiv vor Ort.

 

Konkrete Forderungen

 

Gefordert werden bundesweit 20.000 neue Vollzeitstellen für Pflegefachkräfte! Keine Schicht mehr allein! Freistellung für PraxisanleiterInnen! Keine Spaltung zwischen den Pflegeberufen! Die Arbeitsbedingungen müssen sich verbessern, damit sich wieder mehr Azubis für einen Job in der Pflege bewerben wollen. Der Protest soll weitergehen, denn die Skepsis über Verhandlungen der Länder ist bei den Beschäftigten groß. Die Aktion wurde auch von Patienten unterstützt, bei einigen Infoständen letzte Woche wurden Tausende von Unterschriften gesammelt. Alle müssen ein Interesse daran haben, dass es eine gute und menschenwürdige Versorgung - heute und auch in Zukunft - in den Kliniken gibt.