Blohm und Voss

Nein zu den Angriffen auf die Arbeitsplätze

Der Landesverband Nord der MLPD hat folgenden Solidaritätsbrief an die Kolleginnen und Kollegen bei Blohm und Voss in Hamburg veröffentlicht:

von MLPD-Landesleitung Nord
Nein zu den Angriffen auf die Arbeitsplätze
Blohm + Voss in Hamburg Steinwerder (Bild: © Ajepbah / Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 DE)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Kapitalisten der Bremer Lürssen Gruppe versuchen mit ihrem Vorgehen bei Blohm und Voss ein Exempel zu statuieren. Allein für ihre Profite wurde jetzt ein sogenannter „Kompromiss“ mit der IG Metall vereinbart, der in Wirklichkeit ein Generalangriff auf die Interessen aller Werftarbeiter und ihrer Familien ist.

 

300 Kollegen sollen fliegen

 

Ab Juli sollen die ersten von 300 Kollegen rausgeschmissen werden; angeblich um den Standort zu sichern und die restlichen Arbeitsplätze zu erhalten, wird das Urlaubsgeld für die verbleibende Belegschaft drastisch gesenkt; das Weihnachtsgeld für 2017 wird komplett gestrichen; geleistete Überstunden in Höhe von 100 Stunden werden einfach gestrichen und nicht vergütet; die zweiprozentige Tariferhöhung wird zudem erst im kommenden Jahr wirksam.

Es ist mehr als unverständlich, warum die Verhandlungsführung der IG Metall einem solchen faulen Kompromiss zugestimmt hat und ihn durch die Belegschaft absegnen ließ.

 

Den Kapitalisten sind die Belegschaften egal

 

Die „Begründung“, dass die Lürssen-Gruppe noch weit mehr Verschlechterungen gefordert habe, ist doch mehr als durchsichtig. Damit wird jedem Kapitalisten ein Freischein ausgestellt, er möge möglichst viele Verschlechterungen fordern, dann bekommt er mit einem „Kompromiss“ auf jeden Fall das, was er eh wollte! Es sind immer die Arbeiter und ihre Familien, die nach der Logik des Kapitals die Zeche zahlen sollen. Dabei ist es eine trügerische Hoffnung, man könne mit Verzicht noch Schlimmeres für die Arbeiter verhindern. Alle Erfahrung der Arbeiterbewegung zeigt, dass der Verzicht auf Löhne, Zugeständnisse bei den Arbeitszeiten, Aufweichung bestehender Tarifverträge usw. keinen einzigen Arbeitsplatz gesichert hat. Es geht den Kapitalisten auch nicht um unsere Arbeitsplätze, es ist ihnen schlicht egal, mit wie viel Kolleginnen und Kollegen der Mehrwert erarbeitet wird.

 

Es ist noch nicht zu spät

 

Es ist viel wertvolle Zeit verloren gegangen für die Vorbereitung und Organisierung eines entschiedenen Kampfs um jeden Ausbildung und Arbeitsplatz. Aber es ist nicht zu spät! Noch habt ihr es als Werftarbeiter bei Blohm und Voss in der Hand, gestützt auf die Solidarität vieler Metaller, Flugzeugbauer, Hafenarbeiter, eure Interessen in die eigene Hand zu nehmen.

 

Die MLPD steht euch zur Seite

Joachim Griesbaum, MLPD-Landesverband Nord

 

Der Kampf um die Arbeitsplätze ist möglich! Er braucht ein klares Programm mit der drastischen Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, der Ablehnung jeglicher Zugeständnisse bei Löhnen und Zulagen. Beratet euch in den Abteilungen, in der IG Metall und mit der MLPD, wie ein solcher Kampf zu führen ist.

 

Mit solidarischen Grüßen

Joachim Griesbaum

MLPD-Landesverband Nord