Syrien

Angeblicher Giftgasangriff entpuppt sich als Fake-News

Eine der schlimmsten Nachrichten dieses Jahres hat sich als Fake-News herausgestellt.

Von ffz
Angeblicher Giftgasangriff entpuppt sich als Fake-News
Donald Trump (rechts) - hier mit dem saudischen König und dem ägyptischen Diktator al-Sisi - ließ trotz besseren Wissens angreifen (foto: The White House)

Am 4. April erschütterten die Bilder von im Todeskampf furchtbar entstellten Leichen von Frauen und Kindern im syrischen Chan Scheichun die Menschen weltweit. Angeblich hatte das syrische Assad-Regime einen Giftgasangriff auf das Dorf geflogen. In Folge forderten die bürgerlichen Massenmedien Assads Kopf.

 

Der ultrareaktionäre US-Präsident Donald Trump ließ einen Vergeltungsangriff auf den syrischen Militärflugplatz Al Scheirat fliegen. Jetzt stellt sich heraus: Es gab nie einen Giftgasangriff!

Syriens Diktator Baschar al-Assad mit seiner Militärführung (foto: Syrianist (CC BY-SA 3.0) nicht portiert)
Syriens Diktator Baschar al-Assad mit seiner Militärführung (foto: Syrianist (CC BY-SA 3.0) nicht portiert)

In Kürze

  • Bei Bombardierung von islamistischen Faschisten explodierten Chemikalien
  • Die USA wussten, dass konventioneller Angriff bevorsteht
  • Lüge eines Giftgasangriffs bis heute nicht zurückgezogen

Wie der US-amerikanische Enthüllungsjournalist Seymour Hersh in der Welt am Sonntag nachweist, ist die komplette Geschichte vom syrischen Giftgasangriff aufs eigene Volk – wie Trump sagen würde - „Fake-News“.

 

US-Regierungsberater bestätigt Explosion von Chemikalien

 

Seymour Hersh ist Pulitzerpreisträger und hat sich unter anderem mit Enthüllungen über das Massaker im vietnamesischen My Lai und über die Folter durch US-Soldaten im Gefängnis Abu Ghreib in Bagdad einen Namen gemacht. Er weist durch ein Gespräch mit einem US-Regierungsberater nach, dass ein syrischer Jagdbomber am 4. April eine konventionelle 500-Pfund-Bombe über einem Treffpunkt islamistischer Faschisten ausgeklinkt hatte. Dabei hätte die schwere Detonation im Keller gelagerte landwirtschaftliche Chemikalien zur Explosion gebracht.

 

"Battle Damage Assessment" stützt die Aussagen

 

Der Bericht des besagten US-Regierungsberaters wird durch ein internes Papier des US-Militärs – ein "Battle Damage Assessment" – gestützt, aus dem Hersh zitiert. Die US-Armee stellt darin fest, dass es keinen Giftgasangriff gab, sondern dass die Giftwolke, die über Cham Scheichun waberte, aus den explodierten Stoffen – darunter Düngemittel und Desinfektionsmittel entstand. Der Giftgasangriff war eine daraus entwickelte Falschmeldung (Fake News) der syrischen Assad-Gegner.

Wir haben keinen Beweis dafür, dass Syrien Sarin hatte oder einsetzte.

US-Geheimdienst CIA

Erhärtet wird das durch Aussagen seitens des US-Geheimdienstes CIA, der nach der Attacke erklärte: „Wir haben keinen Beweis dafür, dass Syrien Sarin hatte oder einsetzte.“ Und es geht noch weiter: Die USA wussten über die damalige Verbindung mit den russischen Streitkräften von dem bevorstehenden konventionellen Angriff der Syrer auf den Djihadisten-Treff.

 

Im Rahmen des gegenseitigen Informationsaustauschs, um Zusammenstöße zu vermeiden, hatte das russische Militär die US-Amerikaner über die Aktion seines Verbündeten Assad unterrichtet. Den US-Imperialisten war also zu jedem Zeitpunkt klar, dass es keinen Giftgasangriff des Assad-Regimes gegeben hatte. Trotzdem blies Präsident Trump zur Attacke.

 

Wachsamkeit ist gefordert

 

Es geht hier nicht um eine „Reinwaschung“ des russischen Statthalters und Diktators Baschar al-Assad. Es geht darum, dass Trump bewusst das furchtbare Schicksal der Opfer in Chan Scheichun für seine imperialistische Kriegspropaganda missbraucht hat. Denn nun geistern schon wieder Meldungen von einem angeblich bevorstehenden syrischen Giftgasangriff durch die bürgerlichen Massenmedien. Es gilt also sehr wachsam zu sein.