München

„Es reicht – Ausbildung und Arbeit statt Abschiebepolitik!“

Zwischen 3.500 und 4.000 Menschen beteiligten sich bei brütender Hitze an der Demo am letzten Samstag in München.

Korrespondenz aus München
„Es reicht – Ausbildung und Arbeit statt Abschiebepolitik!“
Impression von der Demonstration am Samstag in München (rf-foto)

Das war seit zwei Jahren die größte Demonstration für Flüchtlingsrechte in Bayern. Eine bunte Menge traf da aufeinander, Helferkreise aus ganz Bayern – häufig TeilnehmerInnen im Rentenalter - zusammen mit ihren Schützlingen, eine Menge Geflüchteter vorwiegend aus Afghanistan und Schwarzafrika.

 

Breites Spektrum auf der Demo

 

Gemeinsam mit der Aktion „Gemeinsam für Menschenrechte“ organisierten die Veranstaltung das Internationalistische Bündnis, der Jugendverband REBELL, der bayrische Flüchtlingsrat, KARAWANE München, die Schlauschule. Beiträge kamen auch von Schülersprecher aus Nürnberg und München. Zwei afghanische Rebellen leiteten die Kundgebung ein: „Jeder von uns hat grausame Dinge erlebt, hat gesehen, wie die Taliban den eigenen Vater ermordet haben, wie Bomben Nachbarn, Freunde, Eltern, Geschwister zerrissen.

 

90 Prozent der Afghanen kriegen eine Ablehnung. Aber, überall herrscht dort Krieg

Zwei REBELLen aus Afghanistan

 

Wir, als Jugendliche oder junge Männer, sollten gezwungen werden, mit den Taliban oder mit Daish (IS) zu kämpfen, Anschläge für sie zu verüben. Das lehnen wir ab. In Afghanistan herrscht Krieg – überall – aber wir wollen keine Verbrechen begehen, und deshalb sind wir hier. Die meisten von uns kriegen den gelben Brief vom Bundesamt mit einer Ablehnung. 90 Prozent der Afghanen kriegen eine Ablehnung. Aber, überall herrscht dort Krieg …".

 

Afghanischer Kommunist kauft MLPD/ICOR-Fahne

 

Das REBELL-Magazin war schnell ausverkauft, die Flüchtlingsbroschüre der MLPD fand reißenden Absatz, Partei- und Wahlprogramm wechselten den Besitzer, das Internationalistische Bündnis weckte besonders bei Jugendlichen Interesse. So wurden Mitglieder der FDJ angesprochen, bei der Jugendplattform des Bündnisses mitzumachen, genauso wie Studierende der Sozialen Arbeit. Am Schluss hatte der Jugendverband REBELL 79 Euro Umsatz in der Kasse. Eine MLPD-ICOR-Fahne ging an einen afghanischen Teilnehmer aus Augsburg: „Ich bin Kommunist, da brauche ist diese Fahne“, so seine Begründung. Neun Interessierte wollen Mitglied im REBELL werden oder beim Internationalistischen Bündnis mitmachen. Auch das ist ein schönes Ergebnis.