Frauen

Frau und Mann sind gleichberechtigt – Ein Mythos!

Am 21. Juni wurde unter dem Titel „Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten“ der 2. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung verabschiedet.

Von blb
Frau und Mann sind gleichberechtigt – Ein Mythos!
Zusammen sind Frauen und Männer nicht zu schlagen - wie hier auf der Weltfrauendemo 2016 in Gelsenkirchen (rf-foto)

Der Bericht besteht aus einer Stellungnahme der Bundesregierung und dem Gutachten einer Sachverständigenkommission. Das Gutachten enthält eine Menge Analysen, die belegen: von einer tatsächlichen Gleichberechtigung von Frauen und Männern, wie sie das Grundgesetz seit 1945 verspricht, kann keine Rede sein. Die Erfolge, die Bundesfrauenministerin Dr. Katarina Barley aufzählt, wie stärkerer Ausbau der Kinderbetreuung, die Einführung eines im übrigen längst nicht ausreichenden Mindestlohns, das Elterngeld plus können nicht darüber hinweg täuschen, dass sich auch in Deutschland die reale gesellschaftliche Ungleichheit, und die doppelte Ausbeutung und Unterdrückung der Masse der Frauen vertieft hat. Wir können der Ministerin ausnahmsweise recht geben, wenn sie sagt: „Frauen arbeiten oft mehr und bekommen dafür weniger“

Martina Stalleicken, Frauenpolitische Sprecherin der MLPD (rf-foto)
Martina Stalleicken, Frauenpolitische Sprecherin der MLPD (rf-foto)

In Kürze

  • Trotz Festlegung im Grundgesetz kann von einer Gleichberechtigung von Mann und Frau keine Rede sein
  • Frauen leisten 52 Prozent mehr unbezahlte Arbeit und bekommen 21 Prozent weniger Lohn als Männer
  • Bundesregierung will Gleichberechtigung via "Aufsichtsratsquote"

Die Erklärungsversuche des Berichts für die schlechtere Bezahlung von Frauen gehen über festgefahrene Geschlechterrollen, mangelnde Qualifikation der Frauen, Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg, Teilzeitarbeit, „Unfähigkeit der Frauen zu verhandeln“ nicht hinaus. An den tieferliegenden Ursachen wird nicht gerührt. Denn dazu müsste die kapitalistische Gesellschaft grundsätzlich kritisiert werden.

 

Martina Stalleicken, Frauenpolitische Sprecherin der MLPD erklärte in einem Statement zu diesem Thema:

„Auch wenn in Deutschland viele Frauenrechte erkämpft wurden, formelle Gleichberechtigung im Gesetz festgeschrieben ist, und in manchen Ländern brutale Unterdrückung offensichtlicher ist – dahinter versteckt sich auch in Deutschland gesellschaftliche Ungleichheit.

 

Herstellung und Wiederherstellung der Arbeitskraft findet privat und unentgeltlich in den Familien statt

 

Die kapitalistische Ausbeutung ist untrennbar daran gebunden, dass Herstellung und Wiederherstellung der Arbeitskraft privat und unentgeltlich in den Familien stattfindet – vor allem durch die Frauen. Sie leisten immer noch 52 Prozent mehr unbezahlte Pflege-, Hausarbeit und Ehrenämter – fast 1,5 Stunden mehr am Tag als Männer. Und als „Dank“ dafür, dass sie dort bereits einen Teil ihrer Arbeitskraft verbrauchen, bekommen die Frauen weniger Lohn, im Durchschnitt 21 Prozent.

 

"Aufsichtsratsquote"?

 

Wir brauchen dringend bessere Lebens- und Arbeitsverhältnisse - gerade für Mütter. Was macht stattdessen die Bundesregierung? Sie versagt das Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit. Die magere Mütterrente soll schon als Begründung für leere Rentenkassen herhalten. Und ihre größten „Coups“ zur Gleichstellung? Eine Aufsichtsratsquote – für die Masse der Frauen wirklich eine bemerkenswerte Lösung. Und das Lohngleichheitsgesetz, das diesen Titel nicht verdient – schließlich erlaubt es lediglich die offizielle Auskunft darüber, dass Frau weniger verdient (und das auch nur in Betrieben über 200 Beschäftigten).

 

Wirkliche Befreiung der Frau? Mit MLPD und REBELL!

 

Wer wirkliche Befreiung der Frau will, der muss auch für eine von Ausbeutung und Unterdrückung befreite Gesellschaft aktiv werden: Mit der MLPD und ihrem Jugendverband REBELL für den echten Sozialismus kämpfen, unser Parteiprogramm kennenlernen, aktiv werden im Internationalistischen Bündnis, gemeinsam mit uns im Wahlkampf der Internationalistische Liste/MLPD."