Hamburger Hafen

Große Solidarität für kämpferische Demo bei Tiedemann und LCH

Am 26. Juni zogen Hamburger Docker demonstrierend durch die Hansestadt.

Hamburg (Korrespondenz)

600 Kolleginnen und Kollegen von Tiedemann, LCH (Lasch Company Hamburg), HHLA Burchardkai, Tollerort und Altenwerder und Eurogate Hamburg demonstrierten mit ihren Kindern und Partnern unüberhörbar durch die Hamburger Innenstadt. Es ging vom Gewerkschaftshaus zum Stadtbüro von Tiedemann am Ballindamm. Selbstgemalte Transparente und Schilder dominierten die Demo.

 

600 Kolleginnen und Kollegen gegen die Hafen-Löwin

 

Carola Zehle – die Chefin von Tiedemann und LCH, als "Hafen-Löwin" glorifiziert, wurde wahlweise als "Hafen-Hyäne" oder Pinocchio dargestellt. Seit mehreren Monaten warten die Kollegen von Tiedemann und LCH auf ihre Löhne. Von den rund 550 Beschäftigten sind 350 Lascher, sie arbeiten auf dem Burchardkai-Terminal der HHLA aber auch auf anderen Terminals.

 

Manche Kollegen haben 10.000 Euro zu bekommen

 

Manchen Kollegen schuldet die Firma inzwischen 10.000 Euro und mehr. „Ich komme aus dem Umland und weiß gar nicht mehr, wie ich zur Arbeit komme, der Tank von meinem Auto ist schon halb leer″ berichtete ein Kollege. Sie organisieren ihre Arbeit meist selbst, sind erfahren in der gefährlichen Arbeit auf den Schiffen. Sie bereiten die Container vor, dass sie vom Brückenkran vom Schiff gehoben werden können und befestigen die auf dem Schiff abgesetzten Container, damit sie auf dem Schiff nicht verrutschen. Dafür wollen sie auch einen entsprechenden Lohn im Wert von ca. 3.000 Euro brutto. Jetzt sieht es so aus, als ob zu den vernichteten Arbeitsplätzen bei der Buss-Group, den 300 Kolleginnen und Kollegen von Blohm+Voss, auch sie dazugehören.

 

Solidaritätserklärung der MLPD

 

In der Solidaritätserklärung der MLPD hieß es: „Eure Löhne und Renten müssen zu 100 Prozent unverzüglich und in Zukunft gezahlt werden. … Wenn es hart auf hart kommt, steht der Profit an erster Stelle. … Im Kapitalismus gibt es keine Gerechtigkeit für Arbeiter und schon gar keinen gerechten Lohn. Es geht den Kapitalisten auch nicht um unsere Arbeitsplätze, es ist ihnen schlicht egal, mit wie vielen … der Mehrwert erarbeitet wird.

… Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!

… Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden bei vollem Lohnausgleich – her mit einem wirklichen Streikrecht!″

 

Mann der Arbeit aufgewacht ...

 

Zum Abschluss rezitierte ein Kollege voller Wut und Entschlossenheit Georg Herweghs Bundeslied und ließ den feinen Ballindamm erzittertern:

„… Mann der Arbeit, aufgewacht!

Und erkenne deine Macht!

Alle Räder stehen still,

wenn dein starker Arm es will! …″